Mythos Monaco: Als Zaungast im Reservat der Reichen

Vor der neobarocken Türmchenfassade der Spielbank in Monte Carlo plätschert der Springbrunnen, doch man hört ihn kaum. Ein tiefes Dröhnen liegt in der Luft, ein kontinuierliches Rattern, Wummern und Hämmern. Der Boden bebt. Gleich drei Kräne ragen hinter dem „Hôtel de Paris“ empor, dessen cremeweiße Belle-Époque-Fassade vornehm wie eh und je auf den Platz herabblickt.

Doch viel mehr als die Frontmauer steht nicht mehr vom Original, fast der gesamte rückwärtige Teil wurde abgerissen. Durch den gewaltigen neuen Betonrohbau klettern Männer mit blauen Helmen, die damit beschäftigt sind, eines der ersten Luxushotels der Côte d’Azur nach über 150 Jahren in völlig neuer Form wiederauferstehen zu lassen – etwas Zukunftsweisendes soll es werden, mit Innengarten, Dachvillen, Spa und noch viel mehr Suiten als bisher.

Das einstige Nachbargebäude, ein Art-déco-Bau namens „Sporting d’Hiver“, ist gänzlich vom Erdboden verschwunden. Hier werden gerade die Fundamente für einen neuen Kongress- und Wohnkomplex in den Grund getrieben. Die alten Mieter – Luxusboutiquen von Chanel, Balenciaga, Miu-Miu – wurden übergangsweise in die nahen Grünanlagen umgesiedelt, in futuristische Aluminium-Pavillons, die sich wie plattgedrückte Golfbälle unter Palmen und Schirmpinien ducken.

Den Reichen bei ihrer Nabelschau zusehen

Monaco, dieser gut zwei Quadratkilometer messende Fleck an der französischen Riviera, erlebt gerade einen Totalumbau. Altes wird aufgehübscht, auf neu getrimmt oder gleich ersetzt. Mit solcherlei Frischzellenkuren versucht das Fürstentum, seinen Ruf als Nobelort zu halten, auch wenn es durch immer dichtere, immer engere Bebauung an Noblesse verliert und längst nicht mehr nur ein nobles Publikum anlockt.

Dabei ist der Blick aufs Noble einer der wichtigsten Gründe, nach Monaco zu fahren. Niemand fährt hierher, um einfach Urlaub am Meer zu machen. Es ist eng, voll und teuer. Seine knapp 38.000 Einwohner drängen sich auf einer Fläche, die so groß ist wie der Botanische Garten von Dresden. Wohntürme – der höchste hat 49 Etagen – klettern unterhalb der Autobahn dicht an dicht den steilen Hang zum Meer hinunter, in schmalen Straßenschluchten staut sich der Verkehr.

Statt langer öffentlicher Strände gibt es Kreuzfahrtkais, statt Mittelklassepensionen Fünfsternehotels wie das prächtige „Métropole“. Hier hat Karl Lagerfeld den Pool entworfen, und in der Lobby, einer creme- und terrakottafarbenen Hommage an die italienische Renaissance, sitzt eine Dame beim Tee, die ihren Schoßhund in einer Hermès-Handtasche aufbewahrt.

Hundert Meter weiter, auf der Terrasse des „Café de Paris“, steht ein gewöhnlicher Apérol Spritz für 18 Euro auf der Karte. Da kann man natürlich empört aufstehen und gehen, wie es soeben ein zweckmäßig gekleidetes Paar aus dem Bayerischen vormacht.

Oder man liest weiter, bis man auf dieses Glas Côtes-de-Provence-Rosé stößt, für acht Euro, dazu Oliven, Cracker und Prachtblick auf vorbeistakende Osteuropäerinnen im Hermelinjäckchen. So viel kostet es gar nicht, ein Stündchen auch dazuzugehören und den Reichen bei ihrer Nabelschau zuzusehen.

Milliardenvermögen in greifbarer Nähe

Ein feiner Ort hierfür ist auch der Platz vor dem Kasino. Hier scheint die noble Welt in bester Ordnung zu sein. Früher Abend ist es, vom Sonnenuntergang gerötete Wölkchen schweben über dem kupfergrünen Kasinodach. Alle Statisten sind auf ihren Plätzen. Neben der Freitreppe parken: ein deutscher Mercedes AMG mit Thüringer Kennzeichen, ein schwarzer Ferrari aus der Schweiz, ein Bentley mit verspiegelten Scheiben und russischem Nummernschild, mehrere Porsches.

Weitere Gefährte gleiten heran, die Wagenmeister der Spielbank, im schwarzen Frack, reißen Türen auf. Paare steigen aus. Lange Kleider werden gerafft, Hemdkragen zurechtgezogen, dann geht es auf roten Louboutin-Sohlen die Stufen zum Eingang hinauf, ein bisschen gelangweilt und absichtsvoll desinteressiert am anderen Teil der Show, der auf der gegenüberliegenden Seite der Fahrbahn vor dem Springbrunnen stattfindet: dem Drängen und Staunen der Schaulustigen.

„Die Reichen und die Neugierigen“ heißt das Stück, das jeden Abend auf der Plâce du Casino gegeben wird, und tagsüber in abgeschwächter Form auch im restlichen Fürstentum. Es gehört zu Monaco wie die Wachablösung vor dem Grimaldi-Schloss, das Formel-1-Rennen, der Yachthafen.

Selfies vor Luxuskarossen, der direkte, unverstellte Blick auf Glanz und Bling-Bling, die greifbare Nähe zu Millionen- und Milliardenvermögen – das kriegt man hier direkt und unkompliziert. Glamour strahlt der winzige Stadtstaat am nördlichen Ende der Côte d’Azur aus, seit hier 1863 das Kasino eröffnete, und noch stärker, nachdem in den 50er-Jahren die Hollywood-Schauspielerin Grace Kelly in die Fürstenfamilie einheiratete und das Glücksspielparadies beim Jetset populär machte.

Monaco verdankt seinen Reichtum dem Glücksspiel

Davon fühlen sich heute nicht nur Klatschblattleserinnen angesprochen. Sieben junge Engländer haben sich am Springbrunnen vor der Spielbank eingefunden. Sie tragen schmale Krawatten zu engen grauen Anzügen, als wollten sie zu einem Soul-Allnighter in Blackpool.

Immer wieder rempeln sie sich aufregt in die Seiten. „Unser Freund feiert 18. Geburtstag“, erzählt einer von ihnen. „Wir sind aus Newcastle hergeflogen. Gleich geht’s ins Kasino!“ Dann kontrolliert er, dem man die Volljährigkeit nicht ansieht, zum ungefähr neunten Mal, ob er auch wirklich seinen Personalausweis dabeihat.

Dem Glücksspiel verdankt Monaco seinen Reichtum – und der Tatsache, dass es von seinen Bewohnern keine Steuern nimmt. Außer rund 8000 echten Monegassen leben hier nur Menschen mit viel Geld, fast jeder Dritte ist Dollar-Millionär. Für sie ist es günstiger, exorbitante Summen für Immobilien auszugeben, als zu Hause ihr Vermögen zu versteuern.

Der Durchschnittspreis für einen Quadratmeter Wohnung liegt bei 60.000 US-Dollar. So etwas leisten sich zum Beispiel Formel-1-Fahrer, Fußballprofis, Magnaten, ordinäre Oligarchen und „ganz normale Deutsche“, die – wie eine Mitarbeiterin im „Métropole“ ausplaudert – das zweistöckige Penthouse gegenüber dem Hotel bewohnen, samt Dachgarten und Majolika-Kuppel. Zu sehen ist ein blasser Jüngling mit rosa Krawatte, der einem Arbeiter im Overall gerade irgendwas zum Thema Gartenschlauch erklärt. Er sieht aus wie Devid Striesow.

Die Kulisse funkelt, weil diese Zugereisten einen bestimmten Lebensstil pflegen. Bugattis und Maseratis, so weit das Auge reicht, man schaut bald gar nicht mehr hin. An der Bar im „Fairmont-Hotel“ muss man sich zwischen mehr als 30 Champagnersorten entscheiden.

In der Einkaufsstraße Rue de Grimaldi findet sich zwischen Bank und Lampenladen ein Geschäft, in dem der Monegasse für ein paar Millionen einen runderneuerten Privatjet erwerben kann. Es gibt Bombardiers, Dassaults und Falcons, alle mit Schlafzimmer, Besprechungsraum und „Vorbesitzer“, wie der Gebrauchtstatus dezent umschrieben wird.

Und vor dem Fußballstadion Louis II, das von außen wie eine Shoppingmall wirkt, sammeln sich wenige Stunden vor Anpfiff des Erstligaspiels keine betrunkenen Hooligans, sondern 50 bildschöne junge Mädchen. Ein Casting? „Mais non!“, ruft die Dame mit dem strengen Dutt und dem Clipboard unter dem Arm. „Heute spielt doch der AS Monaco gegen Lille! Das sind unsere Hostessen für die VIP-Logen.“

Der Yachtclub bleibt eine Bastion der Elite

Millionen schwimmen auch im Wasser. Die größten Yachten im Hafen haben vier Decks, Autoparkplatz, lederne Sitzlandschaften für 20 Personen und sind von eindrucksvoller Scheußlichkeit.

Das schönste Schiff in der Marina dagegen ist gar keins, es sieht nur so aus: der neue Sitz des Yacht Club de Monaco, ein Gebäude in Bootsform mit blitzblanken Glasfronten, „Pooldeck“ und geschwungener Reling. Leider kommt man nicht so einfach hinein. Am „Visitor’s Desk“ hält ein echter Hamburger namens Michael die Stellung und lässt niemanden passieren, der nicht in Begleitung eines Clubmitglieds ist.

Der Yacht Club will wohl auch weiter eine der Bastionen der gesellschaftlichen Elite im Fürstentum bleiben, so wie der Automobile Club de Monaco, der jedes Jahr das Formel-1-Rennen ausrichtet. Sehr einflussreiche Einheimische erkennt man übrigens daran, dass sie neben ihrem monegassischen Autokennzeichen beide Clubwappen angebracht haben, den goldenen Anker und das goldene Lenkrad. „Sie dürfen aber gern unsere Clubzeitschrift mitnehmen“, sagt Michael zum Abschied versöhnlich.

Als Normalverdiener könnte man sich jetzt ein wenig ausgeschlossen fühlen, Neid und Missgunst entwickeln. Doch viel angenehmer ist es, sich mit den Annehmlichkeiten zu trösten, die diese makellose Welt auch für den unbegüterten Besucher bereithält: das laue Mittelmeerlüftchen, den Duft von Jasminduft, das raschelnde Palmengrün – und die Tatsache, dass kein einziger Hundehaufen den Bummel zu beeinträchtigen droht.

Man spaziert durch aufgetakelte Kulissen, gleitet lautlos auf Rolltreppen dahin und freut sich darüber, dass selbst die dicksten russischen Schlitten freundlich vor jedem Zebrastreifen abbremsen. Es ist eine Welt, in der es zwar ein Rotes Kreuz gibt, das für Flüchtlinge sammelt, aber für die drüben in Italien; im Fürstentum selbst scheint es keine Gestrandeten zu geben, die Hilfe benötigen.

Monaco ist ein goldenes Disneyland. Dazu passt, dass selbst das Mittelmeer seine Dünung rücksichtsvoll und beinahe lautlos gegen die Kaimauer des Stadtviertels Fontvieille prallen lässt.

Luxusspeisen im Doggy Bag

Über dem Meer knattern die Helikopter, die Monaco mit dem Flughafen von Nizza verbinden. Die Landeplattform des Heliports schwebt halb über dem Wasser; unter rotierenden Hubschrauberflügeln läuft ein mittelaltes, fülliges Paar geduckt auf den Terminal zu. Er trägt graue Freizeithosen, sie tizianrote Haare. In einem Fernbus würden sie nicht auffallen.

Abends wird man die beiden im „Blue Bay“ wiedersehen, dem weißen Sterne-Restaurant des großartigen karibischen Küchenchefs Marcel Ravin, wo das bei 61 Grad gegarte Bio-Ei mit schwarzem Trüffel und Maracuja 45 Euro kostet. Sie haben sich umgezogen und sehen glücklich aus.

Die Reste ihrer Mahlzeit tragen sie in einem fröhlich bedruckten Doggy Bag aus dem Restaurant. Die Pappkartons sind eine neue, nicht ganz unumstrittene Initiative von Monacos Regierung, die sich gegen die Verschwendung von Nahrungsmitteln richtet.

Glamour kam früher nicht im Karton. Aber auch Monaco geht mit der Zeit. Wenn Kim Kardashian und Heidi Klum Weltstars werden können, dann dürfen auch im Fürstentum die Standards bröckeln. Dann dürfen junge Araber in Joël Robuchons Japan-Restaurant Jeans und Turnschuhe tragen und zwischen Austern und Sushi-Gang Candy Crush auf ihrem Handy spielen. Reich und schön ist immer auch eine Frage der Perspektive.

Wenig Glamour im Kasino

Und im Kasino, wo einst Winston Churchill Unsummen verspielte? Dort sind unter den Kristalllüstern heute nur zwei Roulette- und zwei Black-Jack-Tische in Betrieb. Drumherum ein überraschend kümmerliches Publikum. Zwei aufgeregt kichernde Freundinnen um die 40, eingenäht in bodenlange, bonbonfarbene Satinkleider, auf viel zu hohen Absätzen und noch ohne männliche Begleitung.

Blutjunge Flitterwöchner, gelangweilt wirkende Männer in billigen Sakkos. Keine Spur von all den schicken Luxuskarossenfahrern, die entweder durch den Hintereingang gleich wieder hinausspaziert sind oder ihr Geld in den „salons privés“ setzen, deren Besuch extra Eintritt kostet.

Wenigstens die Jungs aus Newcastle in ihren Anzügen sind noch da. Wenn auch nicht mehr lange. „Ich habe jetzt genau 40 Pfund verloren. Das war’s“, sagt einer und trinkt seinen Weißwein aus. „Man muss wissen, wann Schluss ist.“

Tipps und Informationen

Anreise: Zum Beispiel fliegen Lufthansa von Frankfurt und Easyjet von Berlin aus nach Nizza. Von dort gibt es eine Hubschrauberverbindung mit Héli Air Monaco. Der siebenminütige Flug kostet ab 220 Euro pro Person hin und zurück. Der Airport-Express-Bus „Rapides Côte d’Azur“ braucht 45 Minuten für die Fahrt nach Monaco und kostet 33 Euro hin und zurück.

Unterkunft: Das „Hotel Métropole“ liegt direkt beim Kasino, es bietet Fünf-Sterne-Chic und Pool-Garten, DZ ab 430 Euro, metropole.com. Für das „Fairmont Monte Carlo“ spricht der lässige Lifestyle, DZ ab 270 Euro, fairmont.com. Das „Columbus Hotel“ liegt zwar etwas abgelegen im Stadtteil Fontvieille, hat aber mit dem Rennfahrer David Coulthard einen berühmten Chef, DZ ab 170 Euro, columbushotels.com.

Auskunft: visitmonaco.com/de

Link zur Homepage:

www.welt.de/reise/article155759135/Als-Zaungast-im-Reservat-der-Reichen.html

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Festnahmen am Flughafen: Neuseeland jagt Studiengebühren-Schuldner

Ngatokotoru Puna fährt im Januar zum Auckland Airport. Er hat an einer Weiterbildung in Australien teilgenommen und will nun zurück auf die Cookinseln fliegen, wo er als Mathelehrer arbeitet. Doch am Flughafen nehmen Polizisten den 40-Jährigen fest.

Puna denkt zunächst, das sei ein Missverständnis: Er hat sich doch nichts vorzuwerfen. Oder doch? Der Neuseeländer ist einer von Zehntausenden Uni-Absolventen, die ihre Studiengebühren noch nicht oder nicht vollständig zurückgezahlt haben. Punas Schulden sollen durch die Zinsen inzwischen auf 130.000 Dollar angewachsen sein, berichtet die neuseeländische Webseite „Stuff“.

An dem Mathelehrer will die neuseeländische Regierung ein Exempel statuieren: Er ist der erste Uni-Absolvent, der wegen ausstehender Studiengebühren festgenommen wird. Seine Festnahme soll andere abschrecken und dazu bewegen, endlich ihre Schulden zu begleichen. Puna darf erst auf die Cookinseln zurückkehren, als er 5000 Dollar zahlt und verspricht, den Rest seiner Schulden zu begleichen.

Am vergangenen Dienstag wurde eine zweite Frau am Auckland Airport festgenommen, als sie nach Australien fliegen wollte. Auch sie muss noch Studiengebühren zurückzahlen.

Rund 112.000 neuseeländische Studienkredit-Schuldner leben inzwischen im Ausland, 70 Prozent von ihnen sind mit der Begleichung ihrer Kredite in Verzug, wie verschiedene neuseeländische Medien berichten, etwa der Radiosender Radio NZ. „Rund 20 Personen stehen unter besonderer Beobachtung des Finanzamts. Sie können festgenommen werden, wenn sie nach Neuseeland zurückkehren“, sagte Bildungs- und Entwicklungsminister Steven Joyce dem Sender.

Ein Sprecher des Finanzministeriums sagte dem „New Zealand Herald“: „Die Festnahmen sind absolut unser letztes Mittel. Vorher versuchen wir, die Schuldner auf allen möglichen Wegen zu erreichen, um mit ihnen zu klären, wie sie ihre Schulden zurückzahlen können.“ Das Finanzamt hat sogar eine eigene Webseite eingerichtet, auf der erklärt wird, wie man seine Schulden am besten begleichen kann.

Weil viele Schuldner in Australien leben, verhandelt Neuseeland mit dem Nachbarland über eine neue Vereinbarung, um leichter an die Adressen der betreffenden Personen heranzukommen und ihnen Mahnungen schicken zu können.

Studentenverbindungen kritisieren die harten Methoden der Regierung: Sie würden die Schuldner zu Studienkredit-Flüchtlingen machen, die aus Angst, festgenommen zu werden, sich nicht mehr zu Hochzeiten oder Beerdigungen in der Heimat trauten.

Auch die Grünen-Politikerin Julie Anne Genter sagte, solche Methoden seien zu hart. „Warum bemühen wir uns so sehr darum, Studenten zu jagen, nur weil sie sich hier haben ausbilden lassen? Warum verfolgen wir nicht lieber multinationale Unternehmen, die im Land keine Steuern zahlen?“

Doch offenbar zeigt das Vorgehen der Regierung Wirkung: Nach Ngatokotoru Punas Verhaftung sind die Rückzahlungen von Studienkrediten um rund 30 Prozent angestiegen, sieben Millionen Dollar wurden so mehr als im Vorjahreszeitraum zurückgezahlt.

 

Zuerst veröffentlicht auf:

www.spiegel.de

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Zehn Jahre nach dem Rütli-Schul-Aufruf: Radikal reformiert

Zehn Jahre nach dem Rütli-Schul-Aufruf

Der Brief der Neuköllner Rütli-Schule machte Geschichte. Heute ist die ehemalige Hauptschule ein Vorzeigeprojekt. Doch wie sieht es an anderen Schulen aus?

Der Brief der Neuköllner Rütli-Schule machte Geschichte. Setzte er doch einen Prozess in Bewegung, an dessen Ende die Hauptschule als Verliererschule faktisch abgeschafft wurde. Heute besucht nur noch jeder zehnte Schüler eine Hauptschule.

Ziemlich exakt zehn Jahre ist es her, als ein von LehrerInnen einer Neuköllner Hauptschule verfasster Brief an die Öffentlichkeit gelangte. Darin beklagten sie die Zustände im Klassenraum: „Lehrkräfte werden gar nicht wahrgenommen, Gegenstände fliegen zielgerichtet gegen Lehrkräfte durch die Klassen, Anweisungen werden ignoriert.“ Sie stellten das gegliederte Schulsystem infrage: „Welchen Sinn macht es, dass in einer Schule alle Schüler/innen gesammelt werden, die weder von den Eltern noch von der Wirtschaft Perspektiven aufgezeigt bekommen, um ihr Leben sinnvoll gestalten zu können.“

Doch Schulen wie die Rütli-Schule damals gibt es immer noch. Nur heißen sie jetzt anders. Eine solche Schule ist die Berliner Integrierte Sekundarschule Hector Peterson. Die Schule versucht aus eigener Kraft, den Ruf der Verliererschule abzulegen und reformiert sich dafür radikal. Wie ihr das gelingt und warum die Schulleiterin derzeit nur ein gemischtes Fazit ziehen kann, lesen Sie in der taz.am wochenende.

Bildung ist ein Chancenbeschleuniger. Je höher der Abschluss, desto leichter der Eintritt in den Arbeitsmarkt und desto höher das Einkommen. Das zeigt der in dieser Woche veröffentlichte Sozialbericht des Berliner Wissenschaftszentrums für Sozialforschung.

Noch keine Chancengleichheit

Die Integration der Hauptschulen in andere Schulformen hat jedoch nicht dazu geführt, dass heute Chancengleichheit herrscht. Das zeigen etwa Zahlen der Berliner Senatsbehörde für Bildung, die der taz vorliegen. In Berlin gibt es zwei Oberschulformen, die auf dem Papier gleichwertig sind: Gymnasien und Integrierte Sekundarschulen. Doch nur jede dritte Sekundarschule besitzt eine eigene Abituroberstufe. Das wirkt sich auf die Schülerschaft aus. An drei von vier Sekundarschulen ohne Abiturstufe sind mindestens 40 Prozent Schüler, beziehungsweise deren Familien, auf staatliche Unterstützung angewiesen oder sind zugewandert. Nicht einmal jedes dritte Berliner Gymnasium erreicht diese Werte.

Bundesweit das gleiche Bild. In Hamburg, beispielsweise, wo die Schulstruktur ähnlich ist, ist fast jeder dritte Schüler einer Stadtteilschule sehr niedriger oder niedriger sozialer Herkunft, ein doppelt so hoher Anteil wie an den Gymnasien.

Warum das so ist? Weil mit der Stärkung der Institution Gymnasium, das Klassensystem Schule insgesamt erhalten blieb. So die These der Geschichte in der taz.am wochenende.

 

Website:

http://www.taz.de/Zehn-Jahre-nach-dem-Ruetli-Schul-Aufruf/!5302125/

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Deutsch-Lehrbücher für Flüchtlinge: Sprache wie Mathematik

Deutsch-Lehrbücher für Flüchtlinge

Hunderttausende Geflüchtete lernen Deutsch. Doch Alltagssprache üben sie nur selten. Zu Gast in einem Sprachkurs.

Faouzi El-Jassem kommt gut mit im Unterricht. Im Test erzielt er 28 von 30 Punkten. „Deutsch ist für mich nicht schwer. Ich kann es mit Spanisch vergleichen.“ Über seine Fehler ärgert sich der Schüler dennoch: „Ich kann die Regeln“, sagt er und zeigt auf einen Fehler im Lückentext. „Ich habe die Präposition ‚mit‘ nicht gesehen“. Faouzi El-Jassem ist gelernter Laborant. Damit er auch in Deutschland einen Job bekommt, muss er die Sprachprüfung bestehen. Seit fünf Monaten paukt der 48-jährige Libanese täglich für den bevorstehenden „Deutschtest für Zuwanderer“. Für das geforderte Niveau B1 brauchen El-Jassem und die anderen 16 KursteilnehmerInnen vor allem Grammatiktraining. Es geht um sämtliche Regeln und Ausnahmen der deutschen Grammatik: Konjunktiv, Passiv, lokale Präpositionen. Wer die Prüfung besteht, hat erfolgreich am Integrationskurs teilgenommen. Und das heißt: unbefristete Aufenthaltsgenehmigung, Zugang zum Arbeitsmarkt.

„70 Prozent der Prüfung besteht aus Grammatikaufgaben“, sagt Gülcan Eren. Die Deutschlehrerin nimmt an diesem Tag Adjektivdeklinationen mit dem bestimmten Artikel durch. An die Tafel hat Eren farbige Beispielsätze gemalt. Sie lässt wiederholen: „Beim Akkusativ heißen die Artikel den, die, das. Das müsst ihr lernen.“ In Erens Integrationskurs sitzen die, die es fast geschafft haben, die motiviert sind.

Doch nicht jeder im Kurs bringt Fremdsprachenkenntnisse mit wie Laborant El-Jassem. In manchen Kursen seien die Unterschiede zwischen den KursteilnehmerInnen so gravierend, dass sie mehrere Kleingruppen bilden müsse. Dann könne sie die Lernziele aus dem Buch kaum erreichen. „Die Anwendung kommt viel zu kurz“, sagt Eren.

 

Bil|dungs|stan|dard, der

 

Die Berliner dtz-bildung & qualifizierung GmbH, die den Integrationskurs anbietet, arbeitet mit dem Buch „Schritte Plus“ vom Hueber-Verlag. Das Lehrwerk ist für „Deutsch als Fremdsprache“ (DaF) konzipiert. Es richtet sich nicht an Flüchtlinge mit heterogenem Bildungsstandard, die in Deutschland sind, sondern an die rund 16 Millionen Deutschlernenden mit hohem Bildungsniveau im Ausland. Bei dieser Zielgruppe steht nicht die schnelle Sprechfähigkeit im Vordergrund, sondern der systematische Erwerb der deutschen Sprache. Ein Konzept, das Deutschlerner Faouzi El-Jassem nicht versteht: „Sprache lernt man mit Gefühl, im Kontakt mit Deutschen. In unserem Buch ist Sprache wie Mathematik.“

Für die Hunderttausenden Flüchtlinge, die derzeit in Deutschland sind, wäre ein anderes Konzept geeigneter: „Deutsch als Zweitsprache“ (DaZ). Es zielt darauf ab, dass sich Lernende in einem deutschsprachigen Land zurechtfinden müssen. Umgangssprache und Alltagswortschatz sind für sie dringender als die Ausnahmen bei der Konjunktivbildung. Doch die meisten Flüchtlinge in Deutschland arbeiten mit Deutschbüchern für Fremdsprachenlernende. Also mit Büchern, die voll mit Grammatik und alltagsfremden Beispielen sind.

Ausgebildete Lehrkräfte mögen darauf vorbereitet sein, bei heterogenen Lerngruppen „binnendifferenziert“ zu unterrichten. Doch wie gut kommen die Laien in den vielen ehrenamtlichen Sprachkursen mit Büchern zurecht, die ausschließlich für Lerner mit hohem Bildungsniveau konzipiert wurden? Mit SchülerInnen, die zum Teil gar nicht, zum Teil nur arabisch alphabetisiert sind?

„Viele Deutschbücher sind zu komplex“, sagt Moses Fendel. „Sie setzen voraus, dass die Schüler wissen, wie Fremdsprachenlernen funktioniert.“ Der 28-Jährige ist einer von den Tausenden ehrenamtlichen Deutschlehrern im Land, die derzeit bei der Integration der Asylsuchenden mithelfen. Didaktische Vorkenntnisse bringt der Geschichtsstudent zwar nicht mit, aber Sprachtalent. Fendel spricht Russisch und Spanisch.

Seit einem Jahr geben Fendel und andere Ehrenamtliche jungen afrikanischen Männern, die in Berlin Kirchenasyl genießen, Deutschunterricht. Dass der Kurs kostenlos ist und auch Personen ohne Papiere offensteht, hat sich herumgesprochen. Zwischen 10 und 15 Kursteilnehmer aus ganz Berlin kommen viermal die Woche zum Unterricht in die Gemeinde der Kreuzberger Passionskirche. Wer regelmäßig kommt, muss auch keine Deutschbücher bezahlen. Gemeindemitglieder haben das Geld für die Bücher gespendet.

Fendel erinnert sich, dass ihnen jemand das Buch „Berliner Platz neu“ vom Klett-Verlag empfohlen hatte. Der Einstiegskurs „A0“ sei geeignet, Lernenden ohne Vorkenntnisse Alltagssprache beizubringen. „Ein guter Start – für Flüchtlinge und Asylbewerber“, wirbt der Verlag auf seiner Website. Dem kann sich Fendel nicht vollends anschließen: „Die Komplexität ist stark reduziert, das schon.“ So würden etwa Possessivpronomen nur in der ersten und zweiten Deklination – mein, dein – gebraucht.

Die Aufgabenstellungen würden die Schüler jedoch überfordern. Wenn es heißt: Ergänzen Sie, ordnen Sie zu, kreuzen Sie an, sei das vielen zu abstrakt. „Menschen, die in Deutschland aufgewachsen sind, wissen, wie Lernen funktioniert“, sagt Fendel. Dass das nicht überall so ist, müsse man sich bewusst machen.

 

Le|bens|wirk|lich|keit, die

 

Ehrenamtliche Sprachlehrer wie Moses Fendel haben es schwer, das komplette Angebot an DaF- und DaZ-Büchern zu überblicken. Auf der Bildungsmesse Didacta, die vor zwei Wochen in Köln zu Ende ging, präsentierten die Verlage ihre Angebote, die speziell auf Flüchtlinge zugeschnitten sein sollen. Für die Branche ist das ein riesiger Absatzmarkt. Allein für die schulische Sprachförderung in den sogenannten Willkommens- und Übergangsklassen bieten die Verlage nach eigenen Angaben weit mehr als 1.000 verschiedene Bücher an. Und mittlerweile sogar eine Vielzahl kostenloser Materialien zu einzelnen Unterrichtsstunden.

Aber es gibt auch Alternativen zu den Verlagsangeboten. Sehr beliebt ist das „Thannhauser Modell“, benannt nach der schwäbischen Kleinstadt Thannhausen, in der das Buch entwickelt wurde. Als sich im vergangenen Jahr herumsprach, dass zwei pensionierte Schulleiter die selbst erstellten Unterrichtsblätter zum Selbstkostenpreis verschickten, waren die ersten tausend Exemplare schnell vergriffen. Mittlerweile gibt es das Büchlein schon in der 9. Auflage. Denn es ist günstig. Mit 6,50 Euro kostet ein Buch nur halb so viel wie viele Standardwerke.

Einer der beiden Autoren, Karl Landherr, erklärt sich die Beliebtheit nicht allein mit dem Preis. Das dünne Büchlein verzichte fast gänzlich auf Grammatik: „In unserem Buch müssen die Schüler nicht deklinieren und nicht konjugieren“, sagt Landherr. „Die Neuankömmlinge sollen einfache mündliche Sprachkenntnisse erwerben“. Und zwar in den Bereichen, wo sie sie wirklich brauchen. Smartphones als lebenswichtige Brücke zu ihren Familien kommen in den Kapiteln genauso vor wie Sparangebote der Deutschen Bahn oder ein Schema zum Asylverfahren. „In anderen Büchern heißen Kapitel ‚Meine Wohnung‘ oder ‚Im Urlaub‘“, sagt Landherr. „Aber welcher Asylbewerber hat schon eine eigene Wohnung oder fährt in den Urlaub?“

Der Hauptunterschied zu anderen Werken ist aber, dass das Thannhauser Modell deutsche Wörter im Buch übersetzt. Neben Englisch und Französisch gibt es die Bücher seit Kurzem auch in arabischer, persischer oder tigrinischer Übersetzung. Damit kämen die Flüchtlinge viel schneller mit, behauptet Landherr.

 
Sprach|di|dak|tik, die

 

Das Büchlein solle aber die vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zugelassenen Bücher nicht ersetzen, sondern ergänzen. Manche Anbieter von Integrationskursen wie das Begegnungs- und Fortbildungszentrum muslimischer Frauen in Köln oder die Deutsche Angestellten-Akademie (DAA) setzen das Thannhauser Modell bereits für Vorkurse ein. Die DAA hat nach eigenen Schätzungen bundesweit mehrere tausend Bücher bestellt. Das Buch hat jedoch auch Kritiker.

Einer von ihnen ist Hermann Funk, Professor für Didaktik Deutsch als Fremd- und Zweitsprache an der Universität Jena. „Ich schätze das ehrenamtliche Engagement“, sagt er. „Aber niemand sollte so auftreten, als hätte er ein passgenaues Schulbuch für Flüchtlinge.“ Das sei unseriös. Sprachdidaktisch sei das Thannhauser Buch nicht gerade auf dem neuesten Stand. Die Übungen würden nicht aufeinander aufbauen, und nicht alle Alltagsgespräche im Buch seien wirklich praxisnah: „Wer sagt denn ‚Ich kaufe Tomaten‘ oder ‚Das Nashorn ist am größten‘?“

An der Arbeitsstelle für Lehrwerkforschung und Materialentwicklung untersucht Funk Daz- und Daf-Bücher. Welches Lehrbuch er empfehlen könne? Ehrenamtlichen Sprachlehrern rät er, wenn überhaupt, auf vom Bundesamt für Migration zugelassene Lehrwerke zurückzugreifen. „Versuchen Sie, kein neues Lehrbuch zu schreiben, es wird nicht besser“, warnt Funk. Doch genau genommen sollten in heterogenen Klassen ausschließlich ausgebildete Lehrkräfte unterrichten. Ehrenamtliche sollten sich lieber als „Sprachhelfer“ verstehen. Sie könnten beispielsweise beim Vokabeltraining helfen.

Die hätte zumindest Faouzi El-Jassem aus dem Integrationskurs nicht nötig. Neben der Grammatik paukt er zu Hause auch den Wortschatz aus den Kapiteln. Als einer von wenigen hat El-Jessem im Unterricht erklären können, was „Beratungspflicht“ heißt. El-Jessem lernt aber nicht nur, um die alles entscheidende Grammatikprüfung zu bestehen: „Viele Ausländer haben in Deutschland ein Problem“, sagt er: „Sie verstehen nicht, dass Lernen hier ein Teil der Mentalität ist.“

 

 

Siehe hier:

www.taz.de/

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Wenn die Uni nachfragt: Meine Krankheit gehört mir

Etwas Abstand bitte: Was genau hinter Krankengeschichten steht, geht Unis nichts an, finden viele Studenten.

Es war eine Prüfungsphase wie immer, doch in diesem Winter war für Marie nichts wie immer. Marie, Studentin der Politik und Soziologie, hatte private Probleme. Die psychische Belastung war so groß, dass sie sich krankschreiben ließ und zu Hause blieb. Plötzlich ein Anruf vom Prüfungsamt, sie solle dringend vorstellig werden: Auf dem Krankenschein fehlten die Symptome, das reiche so nicht, sie gelte damit als durchgefallen. Das weitere Studium war akut gefährdet. „Das hat mich in Panik versetzt“, erzählt sie. Sie sei zugleich beschämt gewesen – dann nämlich, als sie das ausgefüllte Attest des Psychiaters einreichen musste. Plötzlich war sie wie gläsern. Und das mit etwas sehr Privatem, ihrer Krankheit.

Marie, die anders heißt, ihren Namen aber nicht in der Zeitung lesen will, ist nicht die Einzige, der es an ihrer Uni so erging. Gerade in diesen Tagen, in denen Semesterabschlussprüfungen geschrieben werden, wiederholt sich ihre Geschichte, so oder so ähnlich. Wer sich zum Beispiel an der Universität Freiburg von einer Klausur oder Hausarbeit abmelden will, dem reicht ein einfacher gelber Zettel vom Hausarzt nicht. Die Uni verlangt mehr als eine übliche Krankschreibung – nämlich „Angaben zu Symptomen und der daraus resultierenden Leistungsminderung“, wie es auf einem Formular heißt. Die Begründung der Uni: Sogenannte „Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen versetzen den Prüfungsausschuss nicht in die Lage, die Frage der Prüfungsfähigkeit zu beurteilen, weshalb eine Genehmigung des Rücktritts dann nicht möglich ist“. Arbeitsunfähig, aber prüffähig? Für Studenten klingt das absurd.

Krankgeschriebene Studenten können nicht zur Prüfung kommen. Oder doch? Manche Unis fragen genau nach.

Andere Hochschulen wie etwa in Kiel, Dortmund und Darmstadt haben von dieser Praxis nach Protesten der Studenten Abstand genommen. Einige beharren aber weiter darauf. Und die Idee dahinter klingt erst einmal gar nicht schlecht: Gleiche Chancen für alle. Keiner soll länger lernen dürfen und sich damit einen Vorteil verschaffen. Aber rechtfertigt das einen so tiefen Einblick in die Privatsphäre? Die Studenten sagen: Nein.

Ein Sportstudent, dem das Kreuzband gerissen ist, mag keine Praxisprüfung in Volleyball mehr zustande bringen, wohl aber das dazugehörige Regeltestat. Auch eine Grippe kann man oft förmlich von der Nasenspitze ablesen, da gibt es dann nichts zu verheimlichen. Auf der anderen Seite gibt es oft gute Gründe, dass Studenten die Details ihrer Krankengeschichten nicht öffentlich machen wollen. Da müssen noch nicht einmal, so wie bei Marie, psychische Probleme dahinterstecken – die zu einer Stigmatisierung oder Ausgrenzung führen könnten. Und die man gerne für sich behält oder allenfalls der eigenen Familie und Freunden anvertrauen möchte.

Aufgespürt auf:

www.faz.net/aktuell/beruf-chance/campus/

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Salento: Zu Besuch in Kolumbiens beliebtestem Kaffeeanbaugebiet

Überrascht schaut Alessia auf die runden gelben und roten Beeren, die Don Elías ihr zeigt. Er öffnet die rote und schält zwei blasse, nasse Bohnen heraus. „Pobier mal“, sagt er zu der 22-jährigen Touristin aus Kanada, „sie sind süß.“

Alessia schaut ihn misstrauisch an, nimmt dann doch eine Bohne und steckt sie sich in den Mund. Ihre Augen werden groß „Die sind ja wirklich süß!“ Sie lacht. „Und das sind Kaffeebohnen? Ich trinke gern Cappuccino, jeden Morgen. Aber ich hätte nie gedacht, dass Kaffee aus einer süßen Frucht gemacht wird.“

Liebe zum Kaffee – wir zur Familie

José Elías Pulgarín kennt das schon. Seit der 89-jährige Kaffeebauer die Tore seiner Farm für Touristen aus aller Welt geöffnet hat, weiß er, dass die meisten Menschen glauben, dass die bittere, braune Kaffeebohne schon so am Strauch wächst, wie sie aus der Tüte kommt. Dabei ist es von der Frucht bis zum Produkt ein langer Weg.

Allein drei Jahre braucht schon die Pflanze, bis sie zum ersten Mal Früchte trägt. Geerntet wird in der Regensaison. „Dann müssen wir die Bohnen schälen und fermentieren, trocknen und rösten“, sagt Don Elías, als er seinen Gästen die einzelnen Schritte der Kaffeeproduktion erklärt. „Seit ich weiß, wie viel Arbeit das macht, liebe ich den Kaffee genauso sehr, wie ich meine Familie liebe.“

Handwerk statt Massenproduktion

Das vier Hektar große Anwesen der Familie von Don Elías liegt am Hang eines grünen Berges zwischen der pittoresken Stadt Salento und dem Flussbett des Quindio. Hier, 1700 Meter über dem Meeresspiegel, herrschen ideale Bedingungen für den Kaffeeanbau.

„Es gibt wenig Schädlinge und den nötigen Regen, sodass der Kaffee auf natürlichem Wege gut gedeihen kann“, sagt Don Elías. Er baut die Sorten Arabica und Colombian Milds an – Letztere eine Untersorte der Ersteren mit weniger Koffein und Säure. Robusta, oft auf großen Farmen für die Massenproduktion kultiviert, hat er nicht im Programm.

Salento ist nur eine von Hunderten kleinen Städten in Kolumbiens „Eje Cafetero“, das auch Kaffee-Dreieck genannt wird. Es ist Teil des Unesco-Welterbes und erstreckt sich über drei Provinzen: Caldas, Risaralda und Quindío, wo es mehr als 800 Kaffeefarmen gibt. Das einst vergessene und verschlafene Salento ist deshalb in die erste Liga kolumbianischer Reiseziele aufgestiegen.

Kochbanane mit Käse, Fleisch und Grünzeug

Das liegt aber nicht nur am Kaffee, sondern auch an seiner einmaligen Bebauung. Der amerikanische Fernsehsender CNN hat das Örtchen erst kürzlich zu einer der zehn interessantesten Städte der Welt gekürt – wegen seiner „Ansammlung von ein- und zweistöckigen Gebäuden, meistens weiß, aber mit farbig leuchtenden Fensterrahmen und Türen in traditioneller Bahareque-Architektur“, wie es in der Begründung heißt.

Die Häuser sind aus Bambus und Lehm gebaut, im Paisa-Stil, der nach einer Bevölkerungsgruppe im Nordwesten des Landes benannt ist. Vor allem auf der Calle Real, der zentralen Straße des Ortes, sind diese Häuser noch zu bewundern. Unzählige Shops und traditionelle Restaurants laden zum Einkehren ein, um zum Beispiel Forelle in allen erdenklichen Zubereitungsarten zu essen – gegrillt, „al ajillo“, mit Pilzen oder sogar im Burger. Interessant schmeckt auch patacón: Kochbanane überbacken mit Käse, Fleisch und Grünzeug. Vorzüglichen Kaffee trinken kann man hier natürlich auch.

Salento, 1842 gegründet, liegt an der ehemaligen Straße, die Bogotá und Popayán miteinander verband. Als sie modern ausgebaut und schneller befahrbar wurde, geriet das Örtchen, bisher ein beliebter Zwischenstopp, in Vergessenheit und wurde in seinem ursprünglichen kolonialen Stil konserviert. „Als ich in den späten 80er-Jahren hierherkam, wurden Kartoffeln und Tomaten angebaut, Milchkühe gehalten, Käse wurde hergestellt. Überall gab es Hühner und Schweine. Touristen hingegen keine“, sagt Roberto Duarte, der für sein „Churrita Hostel“ damals umgerechnet gerade mal 600 Euro zahlte.

Nur fünf Jahre später kamen die ersten Besucher nach Salento: Hippies aus Argentinien, den USA, Europa. „Sie entdeckten mit Salento einen wundervollen, unberührten Ort – und erzählten ihren Freunden davon.“ Jedes Jahr, sagt Roberto, kamen seither mehr Touristen. Die Einheimischen begannen, Hostels und Restaurants zu eröffnen, die Frauen gaben ihr Hausfrauendasein auf und beteiligten sich am Geschäft. Innerhalb von nur drei Dekaden wurde aus dem verschlafenen 2000-Seelen-Örtchen ein ebenso belebtes wie beliebtes Städtchen mit gut 7000 Einwohnern.

Kein Düngemittel, keine Chemikalien – doppelter Preis

Warum der Kaffee hier so besonders schmeckt, erklärt Don Elías seinen Besuchergruppen jeden Tag aufs Neue. Der Hauptgrund: Er verzichtet auf Düngemittel und Chemikalien. Darum kann er die 2000 Kilogramm, die er jedes Jahr produziert, mehr als doppelt so teuer verkaufen wie industriell hergestellten Kaffee – für 10.000 Pesos, rund drei Euro pro Kilogramm. Moderne Maschinen nutzt Elías nicht, genauso wenig wie die anderen Farmer in der Gegend. Geerntet wird überall noch von Hand, geröstet in einer alten Pfanne auf einem Holzofen. Eine leichte Kaffee-Brise weht dann durch den Garten.

Die getrockneten Bohnen werden braun. Je länger sie geröstet werden, desto weniger koffeinhaltig und bitter ist der Kaffee. „Wir machen das anders als die Brasilianer, die riesige Mengen produzieren mit Dünger und großen Maschinen. Die verkaufen zwar mehr – aber wir verkaufen bessere Qualität“, sagt Elías. Dass er der Massenproduktion kritisch gegenübersteht, ist nicht zu überhören. Die gibt es in Kolumbien anderswo aber durchaus – das Land ist schließlich viertgrößter Kaffeeproduzent weltweit, nach Brasilien, Vietnam und Indonesien.

Am Ende der Tour, die 6000 Pesos kostet, knapp zwei Euro, verkosten Alessia und die sechs anderen Besucher eine Tasse von dem Kaffee, dessen Herstellung sie gerade bestaunt haben. Hunde und Hühner laufen und springen um sie herum, auch Elías‘ Enkelkinder, die gerade von der Schule kommen.

„Der Tourismus ist das Beste, was uns Kaffeeproduzenten hier in Salento passieren konnte“, sagt er. Elías erinnert sich noch genau an diesen Moment. 2008 war das, als Timothy – ein Brite, der ein Hostel im Dorf gekauft hatte – mit drei Fremden bei ihm auftauchte. „Sie fragten mich, ob ich ihren Gästen meine Farm zeigen könnte. Für Geld.

Wir vereinbarten 3000 Pesos, also einen Euro, inklusive Führung. Sie fanden das großartig. Ich auch.“ Am nächsten Tag sei Timothy mit sechs Besuchern gekommen, am Tag darauf mit neun. Mittlerweile hat Elías den Preis für seine Führungen verdoppelt. Täglich kommen Dutzende Menschen aus aller Herren Länder zu ihm. „Ein Geschenk Gottes“, sagt Elías.

Die Zeit der Drogenbarone und Farc-Rebellen

Was Salento zum beliebtesten unter Kolumbiens Kaffeeanbaugebieten macht? „Ich denke, dass es hier sicher ist. Und die Landschaft, vor allem das Cocora-Tal, ist einzigartig“, sagt Timothy, der englische Besitzer des „The Plantation House“ in Salento. „Als ich hier ankam, fand ich eine bezaubernde Stadt vor, umschlossen von Bergen, mit dem besten Kaffee der Welt. Darum bin ich geblieben.“

In den 70er- und 80er-Jahren war die Region von den Farc-Rebellen und Drogenbaronen wie Carlos Lehder Rivas eingenommen worden, der einst ein Hotel in Salento hatte eröffnen wollen. So weit ist es jedoch nie gekommen. Lehder wurde gefasst und an die USA ausgeliefert. Heute ist Salento ein friedlicher Ort. „Für Menschen aus Bogotá, Medellín und Cali ist das hier der Himmel: Durch die Straßen zu laufen, ohne Angst haben zu müssen, ausgeraubt zu werden“, sagt Catalina Morin, eine Studentin aus Cali.

Heimat des kolumbianischen Nationalsymbols

„Die Touristen lieben es nicht nur, sich die Farmen anzuschauen und hochwertigen Kaffee zu kaufen, sie kommen auch wegen der Menschen, die das Land mit ihrer Arbeit und ihrer Art beseelen“, sagt Roberto Duarte. Der 69-Jährige steht auf der Terrasse seines Hauses im Cocora-Tal, das zum Nationalpark Los Nevados gehört, ideal zum Wandern und Reiten.

Das Tal ist obendrein die Heimat eines kolumbianisches Nationalsymbols: der Wachspalme, die bis zu 60 Meter hoch werden kann. Mit ihren Blättern berührt sie den mystischen Nebel, der den Gipfel des Cerro Morrogacho umgibt. Eine weitere Attraktion sind die nahe gelegenen Santa-Rita-Wasserfälle – der perfekte Ort für eine Abkühlung an heißen Tagen. Roberto schaut der sinkenden Sonne entgegen und nippt an seiner fünften Tasse „tinto“, pechschwarzem, starkem Kaffee. „Seit ich hier lebe“, sagt er, „trinke ich meinen Kaffee ohne Zucker. In Salento ist das Leben süß genug.“

Tipps & Informationen

Anreise: Zum Beispiel von Frankfurt mit Lufthansa nonstop oder mit Delta über Atlanta nach Bogotá. Von dort weiter mit dem Bolivariano-Bus nach Armenia oder Pereira (6–8 Stunden). Aus beiden Städten fahren mehrmals täglich Busse nach Salento (ca. 45 Min.).

Unterkunft: Etwa im „Hotel Salento Real“, einem Haus im Kolonialstil, DZ inkl. Frühstück ab 43 Euro. Alternativ im modernen Hostel „Beta Hostel“, DZ ab 44 Euro oder im klassisch kolumbianischen „The Plantation House“, DZ ab 16 Euro.

Kaffeetouren: Zum Beispiel auf Don Elías‘ Farm „Cafetera Las Brisas“, Tel. 0057/315/606 11 13

Auskunft: Über Procolombia

Die Homepage besuchen:

http://www.welt.de

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Haarmoden mit Fußnoten

Über Haare, Frisuren und Haarpflege lässt sich mehr schreiben, als man so denkt. Und das auch noch richtig wissenschaftlich.

Palmblattfasern und Wolle mischten die alten Ägypter mit menschlichem Haar, um Perücken und Haarteile herzustellen. So ließen sie schon in der Antike das eigene Haar fülliger aussehen oder verlängerten es. Perücken dienen heute oft medizinischen Zwecken, Haarverlängerungen sind aber bei Stars wie Lady Gaga und in der Brautmode häufig zu finden. Das und vieles mehr über Haare ist im Frisuren-Blog „Street Hair“ nachzulesen, der Haarmoden wissenschaftlich untersucht.

Den Blog, der unter www.streethair.wordpress.com zu finden ist, schreiben Studenten des Arbeitsbereiches Mode und Ästhetik der Technischen Universität Darmstadt. Die Idee stammt von der Kunst- und Kulturwissenschaftlerin Alexandra Karentzos, die seit 2011 Professorin für Mode und Ästhetik an der TU ist. „Es gab noch keine wissenschaftlichen Frisuren-Blogs“, sagt Karentzos. Sie will nicht wie die Autoren unzähliger anderer Blogs für Trends Werbung machen, sondern sie wissenschaftlich und soziokulturell erklären. „Der Blog soll ein Archiv der Trends sein.“ Es geht darin nicht nur um die Haare auf dem Kopf, sondern auch um Körper- und Schambehaarung. Dass Haare bisher so selten Forschungsgegenstand waren, erklärt Karentzos sich auch damit, dass die Kulturwissenschaft in Deutschland noch vergleichsweise jung ist. „Erst seit Kurzem wird der Fokus auch auf scheinbar abseitige Themen wie Haare und Frisuren gelegt.“

Seit dem Sommersemester 2014 gibt es den Blog. Zum einen beschäftigt er sich mit aktuellen Trends. Sie sind in der Rubrik „Street Style“ zu finden, für die die Studenten Leute auf der Straße ansprechen und deren Frisuren fotografieren. „Haar historisch“ wiederum erklärt außer der Geschichte von Perücken und Haarverlängerungen etwa die religiöse Bedeutung von Haaren. In der biblischen Geschichte von Simson und Delilah gelten sie als „Sitz der Seele, des Lebens und der Kraft“ – Delilah schneidet Simson die sieben Locken ab, mit jeder verliert er an Stärke.

Fußnoten belegen die Blog-Einträge, eine Literaturliste verweist auf Bücher wie „Tragbare Stürme: von spurtenden Haaren und Windstoßfrisuren“ und „Hair! Das Haar in der Kunst“. In den „Hair Tutorials“ werden aber auch einfach Schritt für Schritt Frisuren zum Nachmachen erklärt. Unter „Didaktik“ gibt es Aufgaben für angehende Friseure – Übungen zu Flecht-Techniken zum Beispiel. Bald werden in der Kategorie „Haarmode museal“ Trends aus verschiedenen Epochen erklärt, die die Studenten in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Landesmuseum erforscht haben. „Haare als Widerstandspotential“ ist das Blog-Thema im Sommersemester 2016.

Mehr zum Thema

„Haare haben immer eine Konnotation“, sagt die Studentin Daniela Herzog. Sie seien stets der Mode unterworfen – selbst die Verweigerung von Trends sei eine Aussage. Die 36 Jahre alte Friseurmeisterin und Visagistin, die nach dem Abitur Literatur- und Kulturwissenschaften studiert hat, ist seit dem Wintersemester 2013 für das Fach Körperpflege eingeschrieben. Um hierfür zugelassen zu werden, müssen die Bewerber mindestens ein 52 Wochen langes Praktikum in einem fachnahen Beruf absolviert haben. Herzogs Kommilitonin Damaris Rief hat eigens für ihr Studium eine Friseurlehre gemacht. Die meisten Studenten – im vergangenen Wintersemester ausschließlich Frauen – sind Kosmetikerinnen oder Friseurinnen. Viele wollen nach dem Körperpflege-Abschluss Berufsschullehrerinnen werden. Rief sagt: „Mir hilft die Ausbildung sehr, gerade in der Didaktik.“

Die Studenten besuchen Vorlesungen der Biologie, der Chemie sowie der Mode und Ästhetik, wo sie etwa Kunst-, Kulturgeschichte und Modetheorie lernen – und den Haar-Blog schreiben. „Bei Körperpflege denken viele an Altenpflege“, sagt Herzog. Viele Leute täten so, als sei das kein Studium wert. Sie hätten keine Ahnung, wie viel Wissenschaft dahinterstecke. Mit dem Blog „Street Hair“ soll das wenigstens einigen klargemacht werden.

Originalbeitrag:

www.faz.net/aktuell/beruf-chance/

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Kuala Lumpur – Paris: Malaysia Airlines verbietet Mitnahme von Gepäck wegen Gegenwind

Eigentlich ist Gegenwind ein Problem, das der Pilot im Cockpit zu lösen hat. Doch nun betrifft der Luftwiderstand konkret auch die Passagiere von Malaysia Airlines. Sie dürfen auf bestimmten Routen zwischen Asien Europa derzeit kein Gepäck einchecken, weil besonders starke Winde pusten. In einer Erklärung auf der Website gibt das Unternehmen an, die Regelung gelte aktuell für den 5. und 6. Januar und für Flüge von Kuala Lumpur nach Amsterdam und Paris.

Zuvor war auch die Verbindung nach London betroffen, die Begrenzung bei den entsprechenden A380-Flügen ist hier aber bereits wieder aufgehoben worden.

Durch die „für die Saison ungewöhnlichen“ Windverhältnisse verlängerten sich die Flugrouten und mehr Treibstoff werde gebraucht, heißt es auf der Website der Fluggesellschaft. Aus „Sicherheitsgründen“ müsse die Airline daher das Gepäck limitieren.

Erlaubt seien in der Economy-Klasse lediglich sieben Kilogramm Handgepäck, in der Business und Ersten Klasse 14 Kilogramm. Koffer und Reisetaschen dürften nicht mehr im Laderaum der Maschinen mitfliegen. Das Gepäck könnte zwar eingecheckt werden, würde aber mit anderen Flugzeugen transportiert und käme deshalb später am Zielort an. Wie viele Passagiere betroffen sind, steht laut der „Malay Mail Online“ derzeit nicht fest.

Malaysia Airlines fliegt aus der Hauptstadt Kuala Lumpur nicht nur die europäischen Metropolen Paris, London und Amsterdam an, sondern auch Brüssel und Rom, nicht aber Frankfurt.

Die staatliche Fluggesellschaft von Malaysia hat in den vergangenen Jahren zwei schlimme Katastrophen erlebt. Flug MH17 war im Juli 2014 über der Ukraine abgeschossen worden. 298 Menschen an Bord kamen ums Leben. Alle Airlines änderten daraufhin die Flugrouten, um den Luftraum über der Ukraine zu meiden. Vier Monate vorher war Flug MH370 mit 239 Menschen an Bord auf einem Flug von Kuala Lumpur nach Peking spurlos verschwunden. Nach dem Wrack wird bis heute gesucht.

Zur Anbieter-Website:

www.spiegel.de/

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Visum und Einreise nach China: Neue Regeln für Visa in China seit 01. September 2013 rechtsgültig

Geschäftsreisen und Flüge nach China buchen: Angekündigte Neuregelung für Visum in China gilt seit Sonntag 01. September 2013. Neue Regeln gelten besonders für die Expansion der Visa-Kategorien. Einzelheiten im folgenden Bericht. Am Sonntag ist die angekündigte neue Visa-Regelung für China in Kraft getreten.

Neu ist vor allem eine Ausweitung der Visa-Kategorien. Die neue Struktur umfasst unterschiedliche Visa für kommerzielle Besuche, nicht-kommerzielle Besuche, touristische Aufenthalte, lange Aufenthalte, hochrangige Personen, Besucher nicht-chinesischer Staatsbürger, Besucher chinesischer Staatsbürger und für Flugzeug-Crews. Dazu kommen Arbeitsvisa, Studentenvisa, Journalistenvisa und Transitvisa.

Ebenfalls seit 1. September gilt ein neuer Visum-Antrag, der nach einer Übergangsfrist ausschließlich verwendet werden muss. Außerdem können sich Reisende künftig in Hongkong keine Express-Visa für China mehr ausstellen lassen. Das “Chinese Visa Application Service Center” hat die neuen Kategorien auf seiner deutschsprachigen Website aufgeschlüsselt.

Quelle: Travel One.

URL der Quelle:

http://www.imagetours.de/wpblog/2013/09/03/visum-und-einreise-nach-china-neue-regeln-fur-visa-in-china-seit-01-september-2013-rechtsgultig

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Zielgruppe Studienabbrecher

Mark Zuckerberg, Stefan Raab, Anke Engelke, alle haben es getan: Das Studium geschmissen. Studienabbrecher sind in bester Gesellschaft.

Ausbildung statt Studium: Unternehmen in der Region der IHK Rhein-Neckar suchen Leute, die Theorie mit viel Praxis verbinden wollen. Die IHK Rhein-Neckar bietet eine Plattform, auf der Studienabbrecher auf Unternehmen mit passenden freien Ausbildungsplätzen treffen können. In persönlichen Beratungsgesprächen mit der Zielgruppe werden zunächst durch die IHK Alternativen innerhalb der dualen Ausbildung aufgezeigt und der Kontakt zu potenziellen Ausbildungsbetrieben hergestellt. Interessierte Unternehmen können über die Ansprechpartnerin bei der IHK (s.a. „Ansprechpartner“) Kontakt zu den Ausbildungsplatzsuchenden aufnehmen. Studienabbrecher bringen häufig bereits umfangreiche Vorkenntnisse sowie Praxiserfahrungen mit und können aufgrund der Anrechnung von Vorbildung sowohl zu einem späteren Ausbildungsbeginn starten als auch die Ausbildungszeit wesentlich verkürzen. 

 

Gesehen:

https://www.rhein-neckar.ihk24.de/standortpolitik/fachkraefte/

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Einreise und Visum nach Indien: “Visa on arrival”-Regelung soll bald verwirklicht werden – Einreiseerlaubnis bei Ankunft am Flughafen dann möglich

Geschäftsreisen und Flüge nach Indien buchen: Einreise nach Indien soll mit “Visa on arrival”-Regelung erleichtert werden. Kein Visum vor der Reise mehr beim Konsulat beantragen sondern Einreiseerlaubnis bei Ankunft am Flughafen erhalten. Einzelheiten zur möglichen Neuregelung im folgenden Bericht. Die indische Regierung will das Verfahren zur Ausweitung der “Visa on arrival”-Regelung bald zu einem Abschluss bringen.

Das hat der zuständige Minister Rajeev Shukla gegenüber indischen Medien bestätigt. Die Ausweitung der Regelung auf 40 weitere Staaten werde bald Wirklichkeit werden, so der Minister. Zu den betroffenen Ländern gehören Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Österreich und die Schweiz. Touristen müssen dann nicht mehr vor der Reise ein Visum beim Konsulat beantragen, sondern erhalten die Einreiseerlaubnis bei der Ankunft am Flughafen.

Bislang besteht diese Möglichkeit unter anderem für Reisende aus Luxemburg und Finnland. Die indische Regierung hatte den Prozess zur Ausweitung der Regelung im vergangenen Jahr auf den Weg gebracht.

 

Aufgespürt auf:

http://www.imagetours.de

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Eleganz, Tradition und Liebe zum Detail

Hotels mit Charme sind exklusive Unterkünfte, Orte ,wo Sie Luxus vorfinden sowie ein einzigartiges Design der Räume in Einklang mit dem ursprünglichen Äußeren des Gebäudes, wo jeder Gast herzlich aufgenommen wird.

 

Wenn Sie einen Italienurlaub planen, werden Sie vorzügliche Hotels mit Charme entdecken, zum Beispiel Relais Villa Roncuzzi in San Pancrazio, Russi, in der Provinz von Ravenna. Ein Aufenthalt in diesem schönen Hotel bietet Gelegenheit, das reizvolle Land der Romagna und seine einzigartige Gastlichkeit zu entdecken.

 

Relais Villa Roncuzzi ist ganzjährig geöffnet. Das Hotel verfügt über 22 geräumige Zimmer und Suiten, die mit Möbeln aus dem frühen  9. Jh. dekoriert sind. Das Gebäude, ein Landhaus aus dem frühen  8. Jh., gehörte den Karmeliterschwestern von Ravenna.

 

Die Baldachinbetten wecken Erinnerungen an vergangene Zeiten, während die Komfort-matratzen und antiallergenen Möbel hochmodern und innovativ sind. Sie werden sich in die Gewölbe und Steinmauern, erhalten und restauriert, die eichenen Fußböden, die alten Teppiche und die Kandelaber mit Muranoglas verlieben. In der Suite Gufo delle Nevi können Sie sich in einem Whirlpool verwöhnen und kommen in den Genuß moderner Zeiten.

 

Der schöne von Weinbergen und Obstbäumen umgebene Garten bietet Ruhe und Entspannung für einen rundum gelungenen Urlaub. Dort genießen Sie das typisch italienische Essen. Im Sommer steht ein großer Pool zur Verfügung.

 

Das Hotel mit Charme Villa Roncuzzi widmet sich Kunst und Kultur. Es ist ein besonderes Anliegen des Besitzers, den Reichtum der Romagna zu betonen, was Ackerbau, Wein, Geschichte und Architektur betrifft.

 

Bei einem Aufenthalt im Hotel mit Charme Villa Roncuzzi können Gäste das schöne Ravenna mit seinen byzantinischen Mosaiken, Faenza und seine Keramiken sowie die Thermen von Castrocaro besuchen.

 

Ein weiteres schönes Hotel mit Charme in der Emilia Romagna ist Villa Belfiore. Das Haus befindet sich in Ostellato in der Provinz von Ferrara, nur wenige Schritte vom Nationalpark am Podelta entfernt.

 

Das Hotel ist ganzjährig geöffnet und verfügt über 18 Zimmer mit alten Stilmöbeln, Fliesen- oder Holzfußböden und freiliegenden Deckenbalken.

 

Besucher können in der Schönheitsfarm ausspannen oder ein Bad in Heu, Milch oder Lehm nehmen und die Sauna, das Kneippbad und das Solarium aufsuchen. Kosmetikbehandlungen aller Art erden angeboten.

 

Das Hotel mit Charme Villa Belfiore mit großem Obst- und Gemüsegarten ist für sein natürliches Essen auf Biobasis bekannt. Das Frühstück wird mit lokalen Zutaten wie hausge-backenen Kuchen und schmackhafter Konfitüre aus traditioneller Herstellung zubereitet. Das Obst stammt aus dem eigenen Garten oder wird vor Ort gekauft. Unter den vielen Düften und Geschmacksrichtungen findet sich auch der Stolz der Besitzer: Kürbismarmelade.

 

Was die Besitzer betrifft, so war es ihre Suche nach Schönheit und Harmonie, die sie Villa Belfiore entstehen ließ. Stück für Stück setzten sie ihre Liebe zu dem Ort in Arbeit um, einem Ort, wo Gastlichkeit und Aufnahme ungekünstelt sind.

 

Bei einem Aufenthalt im Hotel mit Charme Villa Belfiore besteht die Möglichkeit, das schöne Ferrara, den Comacchiopark mit seinen Bootsfahrten und die aus dem 9. Jh. stammende Pomposa-Abtei in Codigoro zu besuchen.

 

 

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