David Zehner – Warum ich ins Gymnasium zurückgekehrt bin

In der vierten Klasse stand ich vor folgender Entscheidung: Soll ich im Gymnasium bleiben oder in die HTL gehen? Spätestens nach dem Besuch der HTL am Tag der offenen Tür war mir klar, dass ich später etwas Technisches machen möchte, und so entschied ich mich, in die HTL zu wechseln. Doch im Nachhinein denke ich, dass mich das Technische ein wenig geblendet hat.

Allgemein- oder Fachwissen?

In allgemeinbildenden Gegenständen, wie Englisch und Deutsch, lernte ich in den zwei Jahren an der HTL fast nichts dazu, vor allem, weil das erste Jahr in diesen Fächern hauptsächlich dazu dient, das Niveau der ehemaligen NMS-Schüler an jenes der AHS-Schüler anzugleichen. Keine Frage, in den technischen Gegenständen lernten wir viel Interessantes und Nützliches, doch jeder muss sich die Frage stellen, was ihm wichtiger ist: Allgemeinwissen oder Fachwissen? Ich persönlich kam am Ende der zweiten HTL-Klasse zu dem Entschluss, dass mir Allgemeinwissen um einiges wichtiger ist. Außerdem ist es schwieriger, sich als Erwachsener nachträglich Allgemeinwissen anzueignen als Fachwissen.

HTL hat Potenzial

Dabei hätte die HTL durchaus Potenzial, der beste Bildungsweg für Technikinteressierte zu sein. Jedoch müsste man zum Beispiel die spärliche Anzahl an Englischstunden überdenken. Vor allem heute, da die Globalisierung so weit vorangeschritten ist, ist Englisch wichtig für jeden, der erfolgreich sein will – vor allem im wirtschaftlichen und technischen Sektor – und vielleicht einmal im Ausland leben möchte.

Andere Interessen

Jeder sollte sich einen Plan überlegen für den Fall, dass sich seine Interessen beziehungsweise Schwerpunkte ändern: Ist es einfach, nach dem Gymnasium Elektrotechnik zu studieren? Wie einfach ist es, nach der HTL Anglistik zu studieren? Fakt ist, dass HTL-Schüler an technischen Universitäten nur geringfügig besser abschneiden als AHS-Schüler. Da fragt man sich: Wozu die 37 Wochenstunden? Wozu ein Jahr länger in die Schule gehen?

Mein Tipp: Jeder, der (noch) mehrere Interessen besitzt und unbedingt studieren will, sollte die Schule wählen, die ihn am besten auf alle möglichen Szenarien nach der Matura vorbereitet. Das ist – für mich – das Gymnasium. (David Zehner, 21.10.2015)

 

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http://derstandard.at/

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Privatunterkünfte: Die Hoteliers haben Airbnb völlig unterschätzt

Das Geschäftsmodell des Branchen-Pioniers Airbnb war im Jahr 2007 aus einer persönlichen Erfahrung der beiden Gründer Joe Gebbia und Brian Chesky entstanden. Sie boten während einer großen Designmesse in San Francisco – Hotelzimmer sind dann chronisch knapp und teuer – ihre Wohnung als Übernachtungsmöglichkeit für Messegäste an (sie benötigten schlichtweg Geld, um ihre Miete bezahlen zu können). Die ersten drei Gästen waren Michael, Kat und Amol.

Schnell stellte sich heraus, dass eine ganze Menge Leute nach alternativen Unterkünften suchen. Mit einer Luftmatratze (engl. airbed) und einem selbst gemachten Frühstück (engl. breakfast) fing dieses ganz private Bed & Breakfast an, und formte den Firmennamen Airbnb.

Allein im vergangenen Jahr haben mehr 30 Millionen Gäste in Airbnb-Unterkünften übernachtet. Kein Wunder, dass das Geschäftsmodell international vielfach kopiert worden ist.

Die „Welt“ sprach mit Professor Stephan Gerhard, Gründer und Geschäftsführer der Treugast Solutions Group (einem Beratungsunternehmen für Hotellerie, Gastronomie und Touristik), über das Phänomen Airbnb, die Auswirkungen in der Touristikbranche und die Versäumnisse der deutschen Hotellerie.

Die Welt: Im Englischen umreißt man die Millionen Privatunterkünfte, die man übers Internet direkt beim Vermieter bucht, mit „short term online rental“. Die Marken lauten Airbnb, Wimdu, 9flats, Gloveler, Houstrip, VRBO, HomeAway oder FlipKey. Die Touristikbranche spricht von Parahotellerie, virtueller Hotellerie, fragmentierter Hotellerie oder Graumarkt. Viele Namen für ein neues Phänomen, oder?

Prof. Stephan Gerhard: Der Oberbegriff für das alles heißt inzwischen tatsächlich Airbnb, nicht nur in der Tourismusbranche. Auch die Leute draußen meinen das. Die sagen nicht „wir gehen in ein privates Zimmer“, die sagen „wir buchen über Airbnb“ – egal über wen sie tatsächlich buchen. Das ist schon eine treibende Marke geworden.

Die Welt: Die Rekordnacht in der erst achtjährigen Geschichte des Vorreiters Airbnb war der 8. August 2015, als beinahe eine Million Gäste bei Airbnb-Gastgebern in aller Welt übernachteten. Das ist eine Größenordnung, die doch der klassischen Hotellerie zu denken geben müsste, oder?

 

Gerhard: Als wir vor nun mehr vier Jahren die deutschen Hotels mit dem Phänomen Airbnb konfrontierten, sagten einige zu mir, dass sei ja völliger Blödsinn. Es ist aber kein Blödsinn, es ist jetzt eine richtige Nummer und es gibt auch den Bedarf. Sonst würde es auch nicht funktionieren. Es ist ein Markt, der auch in Verbindung mit Serviced Apartments und Long Stay oder „authentisch irgendwo unterkommen“ einen Gesamtmarkt bildet, der nicht von der Hand zu weisen ist. Aber es ist ein diffuses Bild, genaue Zahlen für Deutschland gibt es nicht. Berlin ist hierzulande die Hochburg, mit rund 15.000 Objekten, die dem Wohnungsmarkt entzogen wurden, wie es im Amtsdeutsch heißt. Airbnb beziffert sein Angebot in Berlin mit rund 17.300 Unterkünften. Wobei man einschränkend erklären muss, dass eine Unterkunft bei Airbnb ja nicht zwangsläufig eine ganze Wohnung ist, die das ganze Jahr über vermietet wird, sondern gegebenenfalls auch nur ein Zimmer ist, das sporadisch angeboten wird.

Die Welt: Das heißt, Airbnb und Co. sind eine ernstzunehmende Größe für Hotels geworden?

Gerhard: Die Hotellerie hat an Boden verloren. Der Dehoga (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband, d. Red.) versucht rechtlich einzudämmen, wo etwas einzudämmen ist, einfach man kein probates Gegenmittel im Marketing hat.

Die Welt: Wie viel hat denn die deutsche Hotellerie denn an Boden verloren?

Gerhard: Realistisch sind es zwischen zehn und 15 Prozent, die tatsächlich am Hotelmarkt vorbeigehen, also von Reisenden, die sonst ins Hotel gehen würden, wenn es Airbnb und Co. nicht gäbe.

Die Welt: Und die deutsche Hotellerie schaut einfach nur zu?

Gerhard: Die Hoteliers haben das Thema vor drei, vier Jahren völlig unterschätzt. Sie haben nicht gesehen, dass man ihnen Geschäft wegnimmt. Das Denken war: Ferienwohnungen gab es schon immer – allerdings am Strand, auf dem Land, in den Bergen. Sie haben das Thema verkannt und drei Jahre lang nur geschaut, wie sie das rechtlich in den Griff kriegen könnten und sich nicht darum gekümmert, wie man das konzeptionell in den Griff bekommen könnte.

Die Welt: Die Diskussion entzündet sich schnell beim Thema „illegale Vermietung“. Es geht um Steuern, die nicht abgeführt werden, um den Brandschutz, der nicht installiert ist. Wie bekommt man da Klarheit rein?

Gerhard: Das wird reguliert fertig aus. Über das Thema Brandschutz kann man die schwarzen Schafe aushebeln. In London und New York wurde bereits rigoros reguliert. Es gibt dann nur die beiden Möglichkeiten: Du musst es gewerblich machen mit allem, was dazugehört, oder eben rein privat und nur ab und zu. Wir haben ja in der Hotellerie auch überhaupt nichts gegen Privatzimmervermietung. Aber es muss gewerblich sein, abgesichert sein, versichert sein – also die gleichen Auflagen haben wie die Hotels. Es muss betrachtet werden wie ein Beherbergungsbetrieb. Dann ist alles gut. Niemand ist gegen Wettbewerb.

Die Welt: Was heißt das für den deutschen Markt?

Gerhard: In Deutschland wird die Regulierung kommen, zumindest in Städten in denen es relevant ist. In den nächsten ein bis zwei Jahren wird das meines Erachtens durchgezogen sein. Aber das Phänomen Airbnb ist damit ja nicht weg, es geht nur darum, dass Unterkünfte verfügbar sind, wo es korrekt zugeht. In Berlin laufen bereits einige Aktionen. Alles, was nicht gemeldet ist, wird überprüft. Es gibt zum Beispiel auch Blindbuchungen und man schaut in die Angebote und fragt nach: Sind die Auflagen erfüllt, ist es gewerblich angemeldet. Und auch die Anbieter selbst tun ja etwas, beispielsweise im Hinblick Versicherung, um das auch vergleichbarer zu machen für den Buchenden.

Die Welt: Wird Airbnb nur als Bedrohung oder auch als Chance begriffen?

Gerhard: Der Status momentan aus Sicht der Hotels: Glasklar, nur Bedrohung. Es wird nicht als Chance erkannt. Aber es gibt einige, die arbeiten daran, dass man diese erzwungene Chance auch ergreift.

Die Welt: Wie darf man sich das vorstellen?

Gerhard: Gerade in den Airbnb-Unterkünften sind die Leute, die in den kleinen Hotels besser bedient werden können von einem Gastgeber, einem Unternehmer, als einem Kasten mit 200 Zimmern. Die Mittelständler, die es ja viel mehr betrifft als die Großen, beobachten nicht nur das Airbnb-Konzept , die entwickeln bereits Gegenkonzepte. Die großen Ketten hingegen entwickeln einfach weitere Häuser und haben ihre Vertriebssysteme. Die deutsche Privathotellerie jedoch schaut sich das inzwischen ganz genau an und versucht Antworten zu geben. Und das machen sie, in dem sie sagen „wir sind der Schlüssel zur Stadt, wenn du zu uns kommst, bekommst du eine persönliche Ansprache, ein authentisches Zimmer und wir erzählen dir auch, wo in der Stadt wirklich was los ist“.

Aus dem Griechischen kommend, steht das Wolkenkuckucksheim (Nephelokokkygia) heute für eine Utopie ohne Bodenhaftung – und das trifft ziemlich genau auf die drei transparenten Hotelzimmerkapseln zu, die in 1200 Meter Höhe an einer vertikalen Felswand im peruanischen Urubamba Valley nahe der Stadt Cuzco kleben. Die Bodenhaftung verlieren potenzielle Gäste der „Natura Vive Skylodge“ schon bei der Anreise: Nicht nur, dass sie ihr knapp 20 Quadratmeter großes Domizil von oben, durch eine Dachluke, besteigen müssen …

 

… auch der Weg dahin auf der „Via Ferrata“, wie die künstliche Steiganlage in Peru genannt wird, ist ziemlich abgehoben und nichts für Weicheier. Denn über 1400 in den Fels eingelassene Eisensprossen und sechs Stahlseile, die als Brücken zwischen einzeln stehenden Bergen fungieren, müssen sich die Gäste zu den futuristischen Wohnkapseln aus Luftfahrt-Aluminium und wetterfestem Polycarbonat vorkämpfen, assistiert von zwei Guides.

 

Die beschwerliche Anreise zu Fuß ist mühsam, aber beabsichtigt und Teil des Konzepts: Die „Natura Vive Skylodge“ setzt auf Umweltschutz und will kein Vorbild sein für massentaugliche „Bergnester“. Entsprechend niedrig ist die Zahl der Gäste, die überhaupt fit genug sind, eine zweistündige Klettertour in Bergsteigermontur zu überstehen, um dann eine Nacht lang mit Schwindelanfällen zu kämpfen, ehe es nach dem Frühstück per Zipline von der „Skylodge“ in Schussfahrt zurück ins Tal geht. Wenig Bodenhaftung hat auch der Übernachtungspreis – der liegt bei stolzen 300 Euro pro Nacht.

 

 

Wobei Ito auch technisch visionär ist: Mit schräg in den Bau eingebauten Zylindern stabilisierte der Japaner etwa die Mediatheque im japanischen Sendai – erfolgreich, 2011 überstand sie ein schweres Erdbeben. Dieses Problem hat Barcelona nicht, und so konnte Ito das „Porta Fira“ geometrisch äußerst komplex gestalten und mit einer Glasfassade versehen, vor der eine markante Konstruktion aus roten Aluminiumröhren hängt.

 

Die Welt: Welche Hausaufgaben würden Sie denn den Hotels aufgeben?

Gerhard: Man müsste die Bedürfnisse der Gäste, die über Airbnb buchen, besser erkennen und im eigenen Hotel umsetzen. Also Authentizität des Hotels, der Schlüssel zur Stadt, das Flair und – hier könnte man besonders gut punkten: die persönliche Betreuung. Airbnb ist sehr persönlich, weil man in eine Wohnung kommt, aber Menschen trifft man hier eigentlich nicht. Das ist im Hotel anders. Das Hotel kann einem Gast, der alleine reist, Menschen und andere Gäste bieten. In der Wohnung trifft man seinen Gastgeber womöglich nur einmal zur Schlüsselübergabe. Doch diese Gastgeberrolle haben die Hotels immer stärker reduziert, um Geld zu sparen. Es ist eine ganz große Chance speziell für die Privathotellerie, diese im Grunde alte Rolle das Gastgebers herauszustellen.

Die Welt: Umgekehrt wird gerade das Airbnb-Marktumfeld immer professioneller. Zahlreiche Start-ups haben sich gegründet, um Aufgaben wie Begrüßung, Reinigung, Befüllen des Kühlschranks, Bezahlen von Steuern und Versicherungen zu übernehmen. Verliert damit die ursprüngliche Idee vom kostengünstigen, authentischen und einzigartigen Aufenthalt mit Anschluss an die „local community“ nicht ihren besonderen Reiz und stirbt einen schleichenden Tod?

Gerhard: Ich denke nicht. Diese Kommerzialisierung von Privatvermietungen läuft oft im Hintergrund, ist die Technik hinter dem trotzdem noch authentischen Angebot. Gut gemacht entsteht so eigentlich eine neue Art von Hotelbetreibern, die gar kein Hotel haben. Und für den Gast hat das sicherlich den Vorteil, dass die Basisleistungen wie „sauber, versichert, Bett bezogen“ gesichert sind.

 

Original-Quelle:

http://www.welt.de/

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Insel Ischia in Italien: Wandern für Warmduscher

Der Ischia-Urlaub beginnt schon auf dem Sonnendeck der Fähre: Die Silhouette von Neapel, geprägt von Castel Nuovo und Castel dell’Ovo, verschwindet langsam am Horizont, der Vesuv zeigt sich mit seinem charakteristischen Doppelgipfel. Später tauchen die Landspitze von Capo Miseno und Procida – Ischias kleiner Schwesterinsel – auf. Nach nur 45 Minuten steuert der Kapitän sein Schiff zielsicher ins kreisrunde Hafenbecken von Ischia Porto.

Zahlreiche Taxifahrer umwerben die ankommenden Passagiere. Mit dreirädrigen Gefährten, perfekt für die Fahrten auf den schmalen Straßen der Insel geeignet, befördern sie die Gäste zu ihren Quartieren.

„Das war auch schon Ende der Fünfzigerjahre so“, sagt Antonio di Meglio. Damals steckte der Tourismus noch in den Kinderschuhen, erzählt der heute 80-Jährige. „Ich habe schnell gelernt, dass man mit Touristen mehr Geld verdienen kann als mit den Weinbergen, die meine Eltern bewirtschafteten“, erklärt er.

Zunächst sei er nur mit dem Taxi unterwegs gewesen, am Anfang sogar ohne Lizenz. Später habe er Gäste, die eine Unterkunft suchten, im Wohnhaus der Eltern einquartiert. „Viele Besucher wollten die Insel kennenlernen – also habe ich auch noch Inselrundfahrten für sie gemacht und ihnen die schönsten Ecken gezeigt“, sagt di Meglio.

Heiße Quellen erhitzen das Meer

Di Meglio baute ein eigenes kleines Gästehaus, schon bald aber wuchs ihm die Arbeit über den Kopf. Eine Frau aus Deutschland wäre perfekt fürs Geschäft, dachte er. Und dann stand eines Tages Brunhilde aus Hagen am Hafen und wartete auf ein Taxi.

„Als ich sie sah, wusste ich sofort, das ist genau die Frau, die ich suche. Natürlich war auch Liebe im Spiel“, sagt er und lacht. Heute führen die beiden Kinder Andrea und Giovangiuseppe die zum Mittelklassehotel gewachsene Herberge weiter.

„Die meisten Gäste kommen immer noch zum Badeurlaub“, sagt Tochter Andrea. Schließlich böten die zahllosen heißen Thermalquellen fast das ganze Jahr über die Möglichkeit, in natürlich warmem Wasser zu baden.

In der Bucht von Sorgeto zum Beispiel ist das Meer durch die heißen Fumarolen, kleine Öffnungen im Vulkangestein, so warm, dass man selbst im Winter in warmes Wasser eintauchen kann. Am Strand von Carta Romana schwimmt man mit Blick auf das Castello Aragonese, und auch dort sorgen heiße Quellen für traumhafte Badetemperaturen.

Doch gerade Besucher aus Deutschland haben Ischia auch als Wanderziel entdeckt. „Ischia ist eine grüne, durch vulkanische Aktivitäten geprägte Insel“, sagt Andrea di Meglio. Sie bietet wöchentlich mehrere Wandertouren für Gäste an, die durch Weinberge und schattige Wälder führen und immer wieder großartige Ausblicke auf das im Sonnenlicht blau glänzende Mittelmeer bieten.

Der Wanderklassiker: der Gipfel des Epomeo

Eine der schönsten Touren beginnt in Ischia Ponte. Zwar hat sich auch das einstige Fischerdorf auf den Tourismus eingestellt, aber die engen Gassen mit alten Häusern und verwitterten Fassaden haben bis heute viel Charme.

Überragt wird der kleine Ort vom mächtigen Kastell der Aragoneser. Der Burgkomplex thront auf einer vorgelagerten Felsinsel und ist stolzes Symbol der wechselhaften Inselgeschichte. Das etwas höher gelegene Dörfchen Campagnano bietet nach rund 20 Minuten Wanderung den wohl schönsten Blick auf das Kastell.

Nach einer weiteren halben Stunde taucht Torri di Campagnano auf. Nur noch wenige alte Bauernhäuser sind im winzigen Dorf bewohnt. Das Panorama ist postkartentauglich – und der Blick reicht bis hinüber zum benachbarten Capri.

Unterwegs erzählt Andrea die Meglio viel über die Flora der Insel. Sie ist froh, dass die Bauern wieder die lange vernachlässigten Weinberge kultivieren: „Die Arbeit in den steilen Hanglagen ist beschwerlich, aber es lohnt sich. Immer mehr Gäste möchten regionale Produkte probieren, da darf Wein nicht fehlen.“

Ein Klassiker bei den Wanderungen ist der Aufstieg zum Gipfel des Epomeo. Mit 789 Metern ist der Vulkankegel Ischias höchster Berg. Gestartet wird in Forio Monterone. Der Weg führt durch eine abwechslungsreiche Landschaft hinauf bis zur Einsiedelei Santa Maria del Monte. Danach passieren die Wanderer einen Akazienhain, um dann den letzten steilen Streckenabschnitt in Angriff zu nehmen.

Die Mühen des Aufstiegs werden mit einem fantastischen Rundumblick belohnt. Wer mag, stärkt sich im Bergrestaurant für den Abstieg. „Frühaufsteher können hier oben auf dem Gipfel ein besonders stimmungsvolles Schauspiel erleben“, erzählt Andrea di Meglio: „Dann taucht die aufgehende Sonne unsere Insel in ein unvergleichlich schönes Licht.“

Zuerst veröffentlicht auf:

www.spiegel.de/reise

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Lehrermangel: Berlin, Oktoberfest, Schlager

Die deutsche Sprache hatte in den Niederlanden lange keinen guten Ruf. Auch deswegen werden nun die Deutschlehrer knapp.

 

Schule, Ferienjobs, Urlaub – die Neuntklässler im Deutschunterricht sollen heute einen Text über sich selbst schreiben. Die Lehrerin verteilt Arbeitsblätter mit Fragen. Sie sollen bei der Aufgabe helfen. „Arbeitet zu zweit“, ruft sie in die Klasse. „Ich komme rum und helfe.“ Die Schule ist ein Gymnasium in der südniederländischen Stadt Breda. Und die Lehrerin heißt Katharina Golke, ist 34 Jahre alt und eine heiß begehrte Nachwuchslehrkraft. Neben Englisch ist Deutsch die wichtigste Fremdsprache an niederländischen Schulen und zwei Jahre lang Pflicht. Den Unterricht anzubieten fällt vielen Schulen allerdings zunehmend schwerer: Es mangelt an Lehrkräften.

Ein spezielles Programm der niederländischen Regierung will das beheben. „Vom Assistenten zum Deutschlehrer“ heißt die Idee des Bildungsministeriums. Innerhalb von zwei Jahren schult man deutsche Muttersprachler zu Lehrkräften. Im ersten Jahr bekommen sie ein Stipendium, im zweiten arbeiten sie dann schon an einer Schule. Katharina Golke ist eine der Teilnehmerinnen in diesem Jahr. Sie hat in Aachen Literatur und Soziologie studiert und danach Deutsch als Fremdsprache unterrichtet.

Deutsch hat im Nachbarland einen miserablen Ruf – aber dennoch lernen es viele Schüler

Die ersten Monate waren hart, erinnert sie sich, vor allem wegen der Sprache. Niederländisch ist nicht – wie oft angenommen – ein deutscher Dialekt, den man problemlos verstehen kann. Zwar gibt es Ähnlichkeiten, doch die erschweren es Deutschen eher, gut Niederländisch zu sprechen. Vier Wochen Sprachkurs mussten für Golke reichen.

 

„Wir haben gedacht, wir schaffen das nie“, sagt sie. „Wir“, das sind die anderen aus dem Programm und ganz besonders ihre Kollegin Anne Hoegen, die zweite Nachwuchslehrerin an der Schule in Breda. Anne Hoegen ist 30 Jahre alt, Quereinsteigerin wie Golke. Sie hat Germanistik, Anglistik und Komparatistik studiert. In die Niederlande hat es sie gezogen, weil ihr Freund dort wohnt. Neben der Arbeit in der Schule besuchen die beiden alle zwei Wochen Seminare an der Universität Leiden. „Oft können wir das, was wir am Montag theoretisch lernen gleich am Dienstag anwenden“, sagt Anne Hoegen.

Und der Grund für den Deutschlehrermangel? Synke Hotje von der Stiftung EP-Nuffic, die das Programm für das Ministeriums umsetzt, weiß, dass nur wenige junge Niederländer Germanistik studieren. „Und von den wenigen macht nur ein Bruchteil noch die Lehrerausbildung im Anschluss“, sagt sie. „Deutsch ist kein Lieblingsfach.“ Laut Actiegroep Duits (Aktionsgruppe Deutsch), die in den Niederlanden für das Fach wirbt, waren 2013 gerade mal 269 Studierende landesweit in Germanistik eingeschrieben. Allein an der Uni Münster gab es zur gleichen Zeit 430 Studierende der Niederländischen Philologie. Zusätzlich zum ausbleibenden Nachwuchs werden in den nächsten Jahren viele ältere Lehrkräfte in Rente gehen. Dann müssen auch deren Stellen besetzt werden. Gelingt das nicht, können viele Schulen künftig kein Deutsch mehr anbieten.

Das Problem wurde nicht so angegangen, weil die Zahl der Deutsch-Schüler eigentlich rückläufig ist: 1995 waren es 540 000, im Jahr 2015 dann 380 000. Eine Reform des Unterrichts führte in den Neunzigern dazu, dass die Jugendlichen neben Deutsch andere Fremdsprachen wählen konnten. Also entschieden sich viele gegen Deutsch. Denn: Deutsch hat in den Niederlanden einen miserablen Ruf. Das hat der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg zu tun. Vorbehalte und Klischees werden in den Familien oft immer noch an die Jüngeren weitergegeben. Dazu kommt, dass man sich in den Niederlanden kulturell stark an Großbritannien orientiert.

Zuletzt hat es sich die Lage allerdings ein wenig geändert. Katharina Golke und Anne Hoegen stellen das an ihrer Schule fest: „Deutschland und vor allem Berlin sind jetzt populär“, sagt Golke. „Die Jugendlichen finden Berlin sehr hip und wollen alle auf Klassenfahrt dahin.“ So richtig merkt man die Liebe zur Sprache des Nachbarlandes in ihrem Unterricht nicht. Viele Schüler unterhalten sich oder tippen auf ihren Telefonen herum. Sich durchzusetzen fällt Quereinsteigerin Golke noch schwer, entmutigen lässt sie sich dadurch nicht.

Synke Hotje von der zuständigen Stiftung setzte auch auf einen Imagewandel des Deutschen. „Es wird als langweilig empfunden“, sagt die Expertin, „als schwierig und nicht so attraktiv.“ Vor allem wegen der komplizierten Grammatik – „und viele ältere Lehrer unterrichten immer noch sehr viel Grammatik und nicht das, was die Schüler anspricht“. Hotje hofft, dass die neue Generation von Deutschlehrern das Fach aufpeppt, etwa mit mehr Bezug zum modernen Deutschland. Sonderlich viel wissen die Jugendlichen in den Niederlanden nicht über den Nachbarn. „Berlin, Oktoberfest, Helene Fischer“, sagt Lehrerin Hoegen, die aber auch von einigen Jugendlichen erzählt, die sich sehr für Deutschland interessieren. „Und wir erwähnen oft, dass Deutsch für später wichtig sein kann.“ Schließlich ist die Bundesrepublik wichtiger Handelspartner der Niederlande.

 

Zuerst erschienen auf:

http://www.sueddeutsche.de/bildung/lehrermangel-berlin-oktoberfest-schlager-1.2616036

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Die 5 malerischsten Orte Armeniens

Armenien ist ein kleines Land, welches alte kulturelle Erben mit einzigartiger und wunderschöner Natur vereint. Jedes Jahr besuchen Touristen aus vielen verschiedenen Ländern das Land, um seine architektonischen Denkmäler zu besichtigen, das klare und heilende Mineralwasser zu kosten, oder die wunderschönen Landschaften zu genießen. Die Landschaften hier sind wirklich unvergesslich: bewaldete Berge und Hügel, klare Seen, Almwiesen mit Blumen, rauschende Wasserfälle, reißende Flüsse, tiefe und malerische Schluchten. Armenien ist unter anderem auch das erste Land, das das Christentum als Staatsreligion annahm. Heutzutage beinhaltet das Gebiet des Landes mehr als 4000 religiöse Denkmäler des Christentums, von denen jedes seine eigene Geschichte zu erzählen hat. Im Folgendem präsentieren wir Ihnen die Top 5 der malerischsten Orte Armeniens, die sehr für Reisen zu empfehlen sind und unbedingt besucht werden sollten.

 

Dilijan

Dilijan Armenien

Dilijan ist eine der schönsten Städte Armeniens. Touristen, sowie auch Einheimische, kommen hierher, um die Schönheit der Stadt zu genießen, sich zu erholen und um die saubere und gesunde Luft mit weichen Pinienaroma zu genießen. Die Stadt bietet verschiedene gemütliche Ferienhäuser und Hotels, welche für Ruhe und Erholung sorgen und von Naturschutzgebieten umgeben sind, welche das weitere Bestehen von Eichen- und Pinienwäldern, sowie auch von Bergseen sichern sollen. Dies erklärt auch die saubere und gesunde Luft Dilijans. Etwa 20 Minuten Autofahrt nordöstlich von Dinijan befindet sich der herrliche See namens Parz, welcher ebenfalls ein Teil des Naturschutzgebietes ist. Er ist von breiten Bäumen umgeben, welche sich Richtung See senken und im klaren Wasser gespiegelt werden. Es existiert außerdem ein Waldpfad, der vom See zum Dorf namens Gosh führt. Diese Route ist so malerisch, dass es kein Wunder ist, dass sie bei Wanderfreunden große Beliebtheit genießt. Im Dorf selbst können Sie ein mittelalterliches Kloster aus dem 8. Jahrhundert namens Goshavank besichtigen.

 

Jermuk

Jermuk Armenien

Jermuk ist eine weitere äußerst gemütliche Stadt Armeniens, welche nicht nur eine schöne Landschaft, sondern auch klares Mineralwasser besitzt, das für die heilende Wirkung gegenüber vielen Krankheiten bekannt ist. Der schöne Fluss Arpa teilt die Stadt in zwei Teile und mündet im Wasserfall Jermuk, welcher eine der schönsten Sehenswürdigkeiten der Stadt ist. Außerdem ist er der zweitgrößte Wasserfall Armeniens. Das Wasser fällt hier aus einer Höhe von 68 Metern hinunter und verursacht beim Aufprall Myriaden von glitzernden Spritzern. In der Schlucht des Flusses können Sie eine interessante Felsenformation, die eine riesige hundert Meter große Monolyth mit großen Stufen ist, welche zur Spitze führen. Diese nennt man auch „Stairway to heaven“ – Treppen zum Himmel. Bis zum heutigen Tage ist noch nicht bekannt, ob jene Stufen aus menschlicher Hand oder aus Naturereignissen entstanden.

 

Khndzoresk

Khndzoresk Armenien

Nicht weit von der Stadt Goris im Syunik-Gebiet entfernt liegt eine Stadt mit unbeschreiblicher Schönheit. Für alle Touristen, die diesen Ort besichtigen scheint es, dass die Zeit gestoppt hat und sie sich in einem früheren Jahrhindert befinden. Die Hauptattraktion ist eine Höhlenstadt, in der Menschen vor mehr als tausend Jahren lebten. Dort lebten sie bereits seit Jahrhunderten und diese Höhle diente nicht nur als Wohnraum, sondern auch als Schutz vor Feinden. Die ehemaligen Bewohner dieser Stadt verließen diese, welche nun unter staatlichem Schutz steht. Besucher aus aller Welt kommen zu Khndzoresk, um diese einzigartige Höhlenstadt mit ihren alten Kirchen und Grabsteinen zu besichtigen. Vervollständigt wird das malerische Bild mit der der Stadt umgebenden grünen Landschaft inklusive mächtiger Felsen.

 

Lake Sevan

Lakesevan Armenien

Der Sevan-See ist einer der größten Süßwasserseen der Welt. Er ist so riesig, dass er auch als „Armenisches Meer“, und wegen seiner Schönheit auch als die „Perle Armeniens“ bezeichnet wird. Die Landschaft um den See lässt niemanden etwas zu wünschen übrig: Bergsteppen, Almwiesen und malerische Hügel. Auf der Sevan-Halbinsel steht stolz das im Jahre 874 erbaute Kloster von Sevanavank. Das Gebiet rund um dem See ist außerdem ein perfekter Ort für den Sommerurlaub. Einheimische, sowie auch ausländische Besucher genießen Jahr für Jahr während der Sommerzeit hier ihre Freizeit. Hier können sie surfen, auf Jachten oder Katamaranen fahren, campen und dementsprechend eine unvergessliche Zeit erleben. Doch auch im Winter lohnt es sich aufgrund der schönen Skigebiete, diesen Ort zu besuchen.

 

Mount Aragats

Mount Aragats Armenien

Der Berg Aragats ist ein erloschener Vulkan und gleichzeitig der Höchste Punkt Armeniens (4090m). Almen und eine Vielzahl von duftenden Blumenarten umgeben den Berg, sowie auch hunderte von kalten Quellen, welche nicht minderschön sind. Das Panorama, welches Ihnen von der Medium-Seite präsentiert wird ist ebenfalls nicht weniger beeindruckend: die Bergseen, Silber auf dem Hintergrund der smaragdgrünen Wiesen, einsame Hügel, welche aus den Tälern des Araks Flusses herausragen. Die Temperatur hier ist von der Höhe abhängig: je höher man steigt, desto kälter wird es. Der Mount Aragats ist ein beliebtes Ziel für Wanderer und Bergsteiger.

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Route nationale 7: Im alten Opel Kapitän über die Route 66 Europas

Was ist aus der Landstraße, der alten Fernstraße geworden? Was aus den Wegen, auf denen die Reisenden nicht durch die abgeschirmte Welt sechsspuriger, kreuzungsfreier Autobahnen von einem Ende des Landes zum anderen geführt werden? Auf denen sie vielmehr mit ihrer Limousine mitten durchs Leben rollten, auf zwei Spuren mit Gegenverkehr, und immer mal entschleunigen mussten, auch stehen bleiben, wobei ihr Blick durch die Fenster in Wohnzimmer, Cafés oder Geschäfte fiel.

Bei heruntergekurbelten Scheiben zogen die wechselnden Gerüche, Geräusche und Temperaturen herein. Mehrere Tage auf engstem Raum unterwegs, Strapazen, plärrende Kinder – aber viele der Straßen durch Städte, Dörfer und Landschaften wurden verehrt, einige besungen, sie waren legendär, ihre Namen standen für Sehnsucht, Fernweh, für die schönsten Jahre des Autokults.

Die französische Antwort auf die amerikanische Route 66

Willkommen im Roadmovie, Einsteigen ins Jahr 1956, jedenfalls in ein Auto aus jenem Jahr. Mit einem alten Opel Kapitän geht es „in die Sonne, in die Freiheit“. So heißt das Buch des Autors Michael Kröher und des Fotografen Wolfgang Groeger-Meier, die uns darin, fast wie im Kino, ihre Reise auf so einer Straße vorführen. Auf der französischen Route Nationale 7, die Ikone für den Autoverkehr in Richtung Süden aus den 50er- und 60er-Jahren.

Ausgangspunkt: Paris. Endpunkt: Mittelmeer, kurz hinter Nizza bei Menton. Neben den sonnenhungrigen Touristen zogen Tramps, Hippies und Straßenmusiker entlang der Nationale 7 (RN 7) gen Süden. Auch Groeger-Meier war auf der Strecke einst zu Hause. Aufgewachsen in Paris sah er sie als Kind viele Jahre hintereinander, jeden Sommer vom Rücksitz des elterlichen Peugeot 404 aus, hin und zurück.

Die RN 7 ist ein Traum, liebevoll auch „Route Bleue“ genannt – blau wie das Meer und der Himmel an der Côte d’Azur. Sie war die französische Variante der amerikanischen Route 66. Doch mit dem Ausbau der mautpflichtigen Autobahnen verblasste ihr Ruhm. Heute schätzen Nostalgiker den Umweg, am stilvollsten im Oldtimer. Wer sie in unseren Tagen befahren will, muss allerdings historischen Straßenkarten folgen. Auf den neuen ist sie nicht mehr markiert, ihr offizieller Status ist passé.

Seit die Nationale 7 entwidmet wurde und die Zuständigkeit 1972 an die Departements ging, ist das Original auf vielen Etappen „verfälscht“, der Verkehr auf Umgehungsstraßen verlegt, auf vierspurige Schnellstraßen, oder gleich auf die Autobahn. Um so charmanter, inzwischen fast schon wieder naturbelassen, präsentiert sich die ursprüngliche Strecke. Und sie sind noch zu finden, die berühmtesten Etappen, die Rastplätze und Tankstellen, die Gasthäuser und berüchtigten Engpässe in den Orten, einst in der Hochsaison geplagt von stundenlange Staus.

Sie fahnden nach Zeugen aus der Zeit der Route nationale

Die ersten Kilometer der Strecke – Beginn ist vor der Kathedrale Notre Dame – verlieren sich noch im Straßengewirr des Pariser Zentrums. Hinaus geht es durch die Betonschluchten der Trabantenstädte. Von ihnen war damals noch nichts zu sehen, nichts zu ahnen von der explosiven sozialen Brisanz, die dort heute herrscht. Bei Orly steht am Straßenrand der Torso einer Concorde.

Dass der Traum vom Überschall-Passagierverkehr schon bald ausgeträumt sein würde, ahnte auch keiner in der Zeit, als die Pferdestärken unter der Haube immer mehr und die Pisten immer breiter wurden. Dann, hinter Fontainebleau, kommt das Gefühl der Landstraße auf, alte Alleen, von Buschwerk überwucherte Tankstellen, längst geschlossene Rasthäuser, angepriesen in den alten Reiseführer. Sie und die verwaschenen Reklamewände auf Häusern, mit Werbung für längst verschwundene Marken, zeugen von der einst so lebendigen Verkehrsader.

Anders als die Familienväter aus den Sechzigern und Siebzigern, die ihre Dauphine, R4 oder Simca Aronde nach Kräften prügelten, damit sie spätestens am zweiten Abend am Mittelmeer das Zelt aufschlagen konnten, lassen sich Kröher und Groeger-Meier Zeit, für sich, für den Leser, für ihren Kapitän. 1000 Kilometer in fünf Tagen, Spurensuche auf der Nationale 7.

Sie fahnden nach Zeugen aus der großen Zeit, Besitzer überlebender Werkstätten und Tankstellen etwa, die damals, zu Zeiten ihrer Väter, öfter zum Boxenstopp luden, weil die Ölwechsel noch alle 5000 Kilometer vorgeschrieben waren und allfällige Malaisen nervten, gerissene Bowdenzüge oder verdreckte Unterbrecherkontakte.

Die Autoren besuchen die Attraktionen der Durchgangsorte, an denen auch die Urlaubshungrigen, bei aller Eile, wenigstens beim ersten Mal kurz innehielten, die Brücke von Avignon, die römischen Amphitheater in Vienne und Orange. Sie treffen Menschen, die noch sehnsüchtig vom großen Durchgangsgeschäft in der Gastronomie und im Einzelhandel berichten können.

Wo die Ente endlich mal den Käfer abhängen konnte

Aber auch nach vorn denkende Bürgermeister, die entlang der heute ruhigeren Strecke sanften Tourismus aufbauen, und Wirte aus Sternerestaurants, die daran teilhaben wollen. Oder sie besuchen Häuser, die unmittelbar von der RN-7-Nostalgie zehren, wie das „Musée Mémoire de la Nationale 7“ in Piolenc, in dem die Kleinwagen alle stehen, die damals die Strecke bevölkerten.

Die Landschaften wechseln mit den Flusstälern, Île-de-France mit der Seine, Burgund und Zentralmassiv mit der Loire. Dann der Aufstieg zur westeuropäischen Wasserscheide zwischen Atlantik und Mittelmeer, zum Col du Pin-Bouchain auf immerhin 760 Meter über dem Meer, wo damals die 2CV-Ente endlich mal den etwas stärker motorisierten VW abhängen konnte. „Der Käfer ist eben doppelt so schwer und kann nicht so gut durch die Kurven schaukeln“, verteidigte sich dann der deutsche Papa am Volant in Richtung Rückbank.

Noch sind sie nicht überall verschwunden, die oben abgerundeten, rot-weißen Kilometersteine der Nationale 7 und all die anderen alten Wegmarken, gemalt, gegossen, gemauert, obwohl ihnen ihre offizielle Funktion genommen wurde. Irgendwann werden sie unter Denkmalschutz stehen. Beim Abstieg zur Rhône beginnt es, nach Mittelmeer zu riechen, hinunter geht es zu den Pinienwäldern, zu den Olivenbäumen, den Kräutern der Provence, den zirpenden Grillen, den warmen Abenden.

Das Auto der beiden Autoren, fast sechzig Jahre alt, ist denkbar passend. Ihr Kapitän, Oberklasse, sechs Zylinder, 75 PS, 140 Spitze, war vielleicht der schönste in der Modellreihe, die damals fast jährlich die Karosserie wechselte und dabei ansonsten meist nur amerikanischen Protz nachahmte. Der „56er“ nicht, zweifarbige Eleganz, freundliches Gesicht, zurückhaltende Proportionen.

Nun gut, Weißwandreifen hätten vielleicht gepasst, vor allem ein Autoradio. Dann nämlich hätten die Fahrer in den fünf Tagen daraus sicher irgendwann den Schlager von Charles Trenet aus dem Jahr 1959 über die Straße herausgeholt: „Man ist glücklich auf der Route Nationale 7″, sang Trenet damals, trällerte über die Olivenbäume am Straßenrand, den Himmel darüber und die Sonne im Herzen. Ein Hit. Es blieb nicht der einzige über die Kultstraße.

Warum die beiden Autoren nicht mit einem Citroën DS 19 oder Peugeot 404 unterwegs waren? Kröher sagt, sie hätten auf der Strecke, die heute von vielen französischen Nostalgikern in ihren einheimischen Oldtimern befahren wird, mit dem Kapitän ganz bewusst zeigen wollen, dass sie aus dem Ausland, aus Deutschland gekommen seien. Dabei dürfte das freundliche Gesicht auch damals auf der Nationale 7 kein unbekanntes gewesen sein. Der Kapitän, die Oberklassen-Limousine, war in den 50er-Jahren zeitweise der am drittmeisten verkaufte Autotyp in Deutschland, hinter dem VW Käfer und dem Opel Rekord, und zwei Drittel der Produktion gingen ins europäische Ausland.

Klassiker, zu denen die Highways niemals aufrücken werden

Beliebt war die Strecke sowieso auch bei Urlaubern in Deutschland, wo es an legendären Landstraßen eher mangelte. Wer hier nach dem Krieg in den Süden in die Ferien wollte, dem standen von Anfang an Autobahnen zur Verfügung, und die hatten noch nie Charme. Gab es je ein sehnsüchtiges Lied über die „Hafraba“, die Autobahn von den Hansestädten über Frankfurt nach Basel? Oder über Bundesstraßen wie die B 3, die zu Beginn wenigstens noch manche Lücke im vierspurigen Netz zweispurig schließen mussten?

Sie blieben ohne Glanz, nie wurde eine deutsche Fernstraße mit der Route 66 durch die USA verglichen, die Nationale 7 dagegen immer wieder. Erst vor Kurzem führte die „Washington Post“ in einer Reportage die Parallelität an. Auch der alte amerikanische Highway ist Kult, in einem Land, in dem die großen Roadmovies wie „Easy Rider“, „Paris, Texas“ oder „Wild at Heart“ eben die guten alten zweispurigen Straßen in Szene setzen, jene Klassiker, zu denen die Highways niemals aufrücken werden.

Kurz vor dem Ende der RN 7 schossen die Autoren noch ein Foto vom Hauptdarsteller, ihrem Kapitän, vor dem Schloss in Villefranche-sur-Mer, in dem die Rolling Stones Songs schrieben und Joints rauchten. Das war Anfang der Siebziger, als die Kultstraße zur Geschichte wurde. Wenige Kilometer später war auch damals Schluss, am Meer oberhalb von Menton. Hier stand – und steht immer noch – der letzte rot-weiße Kilometerstein, der das Ende markierte – und den Start zurück nach Paris.

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www.welt.de/reise/nah/article141377201/

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Studenten-Spezial: Studium ohne Abitur? Nur zu!

Um studieren zu dürfen, kann man das Abitur immer häufiger streichen.

Studieren ohne Abitur oder Fachabitur? Natürlich geht das. Mehr noch: Die wesentlichen Zahlen auf diesem Gebiet steigen durchweg, wie das „Centrum für Hochschulentwicklung“ (CHE) aus Gütersloh ermittelt hat. Auch ohne Uni-Eintrittsschein – formal: schulische Hochschulzugangsberechtigung – fänden immer mehr Menschen einen Weg zu akademischer Bildung, die vom Statistischen Bundesamt ermittelten 45.900 Studenten ohne Abitur für das Jahr 2013 seien jedenfalls ein Rekordwert.

 

Alles in allem habe sich diese Zahl seit dem Jahr 2007 nahezu verdreifacht, und auch der Anteil an der Gesamtzahl deutscher Studenten von knapp 1,8 Prozent sei noch nie so hoch gewesen. Was die Zahl der Studienanfänger und Absolventen betrifft, ergibt sich das gleiche Bild: 13.200 Novizen im Referenzjahr seien ein bislang unerreichter Wert. Und 4400 Hochschulabschlüsse bedeuteten, dass einer von hundert Absolventen in Deutschland ein Student ohne Abitur oder Fachhochschulreife gewesen sei.

Lieferten die Statistiker die Zahlen, so nannte das CHE auch einige Leuchttürme dieses dritten Bildungsweges, der ja seit langem die Kluft zwischen beruflicher und akademischer Bildung verkleinern soll. Das sind jene Hochschulen, die bei den Anfängerzahlen auf dreistellige Werte kommen – also zum Beispiel die Hochschule für Oekonomie und Management in Essen (943), die Steinbeis-Hochschule Berlin (533), die Diploma Hochschule Nordhessen (508), die Fachhochschule Südwestfalen (364), die HFH Hamburger Fern-Hochschule (303), die Duale Hochschule Baden-Württemberg (269), die Universität Hamburg (254), die Hochschule Koblenz (224), die Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (184), die Fernhochschule Darmstadt (154), die Europäische Fernhochschule Hamburg (153), die Hochschule Wismar (118) und die Universität Mainz (108).

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Gewissermaßen außer Konkurrenz lief die Fernuniversität Hagen, die mit mehr als 2600 Anfängern ohne Hochschulzugangsberechtigung unerreicht ist – wie in den Jahren zuvor schon, sei das sogenannte Long-Distance-Learning doch unverändert attraktiv. Es gebe aber längst in allen Bundesländern und auf jeder Form der Hochschule Studienangebote, mehr als 6000 in ganz Deutschland. Die Möglichkeiten hätten sich seit dem Jahr 2009 deutlich verbessert. Wer die Voraussetzungen für eine Zulassung mitbringt – mindestens eine abgeschlossene Berufsausbildung sowie Berufserfahrung -, hat also die Wahl.

Wie sie meistens ausfällt, ist inzwischen auch bekannt: 57 Prozent der Anfänger entschieden sich für eine Fachhochschule, 42 Prozent für eine Universität, 1 Prozent begann, an einer Kunst- oder Musikhochschule zu studieren. Noch bunter ging es bei den Studiengängen der Erstsemester zu. 46 Prozent landeten bei den Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, 16 Prozent bei Sprach- und Kulturwissenschaften, 15 Prozent bei Ingenieurwissenschaften, 10 bei Humanmedizin und Gesundheitswissenschaften, 10 Prozent bei Mathematik- und Naturwissenschaften.ögliche Quellen: Mama und Papa, ein Nebenjob, das Bafög oder eine Bank. Da heißt es, gut jonglieren und knapp kalkulieren. 

 

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Schule in Frankreich: Sprachlose Freunde

Per Bildungsreform ruiniert die sozialistische Regierung den Deutschunterricht an Frankreichs Mittelschulen. Ein Rückschlag für die deutsch-französische Freundschaft.

Kommentar von Christian Wernicke

Es hat viele Ursachen, dass Deutsche und Franzosen einander nicht immer begreifen. Ein Grund für manches Missverständnis ist der übertriebene Respekt vor der Sprache des anderen: Man würdigt das Idiom des Nachbarn als hohes Kulturgut – nur lieben tut man es nicht. Die Sprache des jeweiligen Erz-Freundes macht vielen Angst: Die einen schreckt die Grammatik, die anderen hadern mit dem harten respektive weichen Klang. Französisch wie Deutsch gelten als schwer, ja als elitär. Lieber lernt man Englisch. Oder Spanisch.

In Frankreich lässt sich nun die Politik von diesem Zerrbild leiten. Im Rahmen einer Bildungsreform will die sozialistische Regierung an den Mittelschulen jene zweisprachigen Klassen und Europa-Sektionen abschaffen, die das Rückgrat fast allen Deutschunterrichts bilden. Bildungsministerin Najat Vallaud-Belkacem betrachtet Spezialkurse als Bastionen für Kinder aus privilegiertem Haus und will sie, im Namen der Gleichheit, abschaffen.

Kein Argument scheint zur Frau Ministerin durchzudringen. Praktiker verweisen auf Erfahrungen, dass die zweisprachigen Schulformen auch Kinder aus benachteiligten Banlieues voranbringen. Experten mahnen, ein Ruin des Deutschen an den Schulen der Republik werde – per Flucht auf private Lehranstalten – die Ungleichheit verschärfen. Für die deutsch-französische Freundschaft ist diese Reform allemal ein Rückschlag.

Französischunterricht in der Schule „Wir müssen Schüler anfixen“

Irgendwie nicht sexy, außerdem ernst und schwierig: Das schlechte Image ist nur einer der Gründe, wieso die Lust an der französischen Sprache bei Deutschlands Schülern stetig nachlässt.

 

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Bessere Ausbildung für ErzieherInnen: Vier Jobs in einem

Bessere Ausbildung für ErzieherInnen

Die ErzieherInnenarbeit ist anspruchsvoller geworden – auch weil viele sehr kleine Kinder in Kitas sind. Experten fordern umfangreichere Ausbildung.

Wer den fast 50 Seiten starken „Orientierungsplan“ für Kitas in Baden-Württemberg studiert, bekommt den Eindruck, ErzieherInnen müssten KinderpflegerInnen, LogopädInnen, SozialarbeiterInnen und PsychologInnen gleichermaßen sein. „Wir stehen vor einer historischen Wende“, sagt Anke König, Projektleiterin für die Weiterbildung frühpädagogischer Fachkräfte am Deutschen Jugendinstitut in München, „noch nie waren so viele Kinder in Tagesbetreuung untergebracht, vor allem nicht so viele junge Kinder, und noch nie waren die Erwartungen der Eltern an diese Einrichtungen so hoch. Kinder sollen nicht nur mit Matsch und Sand spielen, sondern dabei auch „sprachlich begleitet“ werden. Kinder sollen nicht nur malen, sondern auch veranlasst werden, „zu ihren eigenen Bildern zu sprechen“. Kinder sollen sich nicht nur über Geschenke freuen, sondern auch lernen, zwischen dem „Gebrauchswert“ und dem „Gefühlswert“ von Dingen zu unterscheiden.

Nicht nur der aktuelle Streik lenkt den Blick darauf, dass die Betreuung der 3,3 Millionen Kinder in den Kitas heute viel mehr sein soll als nur Windeln wechseln, aufpassen auf dem Spielplatz, Essen reichen und vorsingen. 17 Prozent der betreuten Kinder in den Kitas sind heute jünger als drei Jahre. Doch wer glaubt, die Arbeit mit den Allerkleinsten erfordere erst recht keine intellektuellen Qualitäten, der irrt. „Das ist eine sehr wichtige Lebensphase.

So viel wie in den ersten drei Lebensjahren lernen die Kinder später nicht mehr, und nie wieder sind sie so verletzlich“, sagt Iris Nentwig-Gesemann, Professorin für Bildung im Kindesalter an der Alice Salomon Hochschule in Berlin. Bei den Kleinsten sei es besonders wichtig, eine „professionelle und reflektierte Bindungsbeziehung“ aufzubauen, ohne die Ersatzmama spielen zu wollen. Fachkräfte in den Kitas müssten das Verhalten der Kleinstkinder sehr aufmerksam beobachten und einschätzen können, um deren motorische, kognitive, sprachliche und sozial-emotionale Entwicklung individuell und passgenau begleiten und fördern zu können, so Nentwig-Gesemann.

B. A. Kindheitspädagogin

Daher fordern ExpertInnen und die Gewerkschaft Verdi eine umfangreichere Ausbildung für die BetreuerInnen. Bisher ist die Ausbildung zur staatlich anerkannten ErzieherIn eine Ausbildung an einer Fachschule, doch es gibt inzwischen auch immer mehr Studiengänge an Hochschulen mit einem höheren wissenschaftlichen Anteil und starkem Praxisbezug, wo man einen Bachelorabschluss etwa als „Kindheitspädagogin“ erwerben kann. Die AkademikerInnen machen derzeit nur 5 Prozent der rund 600.000 pädagogischen Fachkräfte in den Kitas aus.

„Jede Kita sollte neben den ErzieherInnen mindestens eine Kindheitspädagogin beziehungsweise einen Kindheitspädagogen beschäftigen“, sagt Nentwig-Gesemann, „und damit von multiprofessionellen Teams profitieren.“ Verdi will allerdings, dass vielen ErzieherInnen der Weg in eine akademische Aus- und Weiterbildung eröffnet wird, sodass in den Kitas dann nicht eine Minderheit, sondern die Mehrheit einen Hochschulabschluss besäße – und damit erst recht besser bezahlt werden müsste. Damit soll sich Deutschland auch an die Nachbarländer wie etwa Frankreich oder England angleichen, wo der Beruf nur an Hochschulen gelehrt wird.

 

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Österreich: Gute Nachbarn

In Wien hat die Caritas ein ehemaliges Pensionistenheim in ein stylisches Hotel umgebaut. Empfangen werden die Gäste von Flüchtlingen.

Von Cathrin Kahlweit

Wien ist, auch wenn die Wiener das immer behaupten, keine grüne Stadt. Sicher, es gibt ein paar Parks und kleine Grünflächen, aber kaum breite, baumbestandene Alleen oder idyllische Wasserläufe. Wien ist, jenseits des goldenen Innenstadt-Rings, an vielen Stellen ziemlich grau. Das „Magdas“ aber liegt in Gehweite von der City am Rand des Praters. Von den Hotelterrassen und Balkonen aus schaut man in Baumwipfel, das Riesenrad dreht sich jenseits der Prater-Hauptallee leise im Kreis, und eine gigantische Schiffsschaukel schwingt beseelte Passagiere durch die Lüfte. Man kann sogar den Kahlenberg in der Ferne sehen und die Heurigenlokale am Hang erahnen. Das Hotel Magdas hat also einen immensen Vorteil, wenn man eine grüne Oase mitten in der Großstadt sucht: die Lage.

Leicht wird es das Hotel trotzdem nicht haben. Denn Wien hält knapp 60 000 Hotelbetten für seine Gäste vor. Und auch wenn es an manchen Tagen so aussieht, als sei mit großer Wahrscheinlichkeit jedes Bett an jedem Tag im Jahr belegt: Das täuscht. Die durchschnittliche Auslastung liegt bei 60 Prozent.

Warum das wichtig ist? Weil dem Magdas erst einmal nur fünf Jahre zugestanden wurden, um zu beweisen, dass es allein überleben kann. Und weil ein Hotel, das von der katholischen Kirche betrieben wird, das mit viel kreativem Erfindungsgeist eingerichtet werden musste, das von den Nachbarn – zumindest anfangs – sehr skeptisch betrachtet wurde, mit einigen Problemen zu kämpfen hat. Zumal ein Teil seiner Angestellten Ungelernte oder ehemalige Langzeitarbeitslose sind. Und nicht alle super Deutsch sprechen.

Aber man kann die Sache auch ganz, ganz anders betrachten, und dann stellt sich das Hotel an der Laufbergergasse im zweiten Bezirk als eine kleine Sensation dar.

Es ist stylish, hip, heiter, gemütlich, innovativ, preiswert. Unter den 26 Mitarbeitern sind, neben fünf echten Hotellerie-Profis und einem Jobcoach, 20 Menschen aus 14 Nationen, die sich in der großen, weiten Welt auskennen, denn daher kommen sie: Es sind Flüchtlinge, die in Österreich als Asylbewerber anerkannt wurden oder eine vorläufige Aufenthaltsgenehmigung haben und in der Mitte Europas ein Zuhause suchen. Manche haben es im Magdas gefunden. Sie sprechen Russisch, Persisch, Portugiesisch, Spanisch, Französisch, Englisch.

Oder Arabisch. Malid Khodada stammt aus dem Irak, vor drei Jahren ist er über die Türkei mit dem Bus nach Österreich geflohen. Der junge, schüchterne Mann ist Jeside, und auf die Frage, vor wem oder warum er davongelaufen sei, wiederholt er das Wort Angst: Angst vor den Islamisten, aber auch Angst vor den Kurden, vor der Zukunft, vor dem Krieg. „Ich musste die Schule verlassen, hatte keine Arbeit. Ich bin 25 und habe schon mein halbes Leben verloren, ich will nicht noch mehr verlieren“, sagt er. Jetzt hat er einen echten Job, er arbeitet an der Bar des Magdas, und wenn er unsicher inmitten von Hotelgästen Platz nehmen soll, um zwischen Couchtischen, Kuchenvitrinen und Bücherregalen, mit Blick auf die noch unbestuhlte Holzterrasse hinter den großen Glasfenstern von seinem schwierigen, oft einsamen Leben zu erzählen, dann merkt man, dass er noch nicht angekommen ist. Dass er auch jetzt Angst hat, er gehöre nicht wirklich hierher.

Genau das will man bei der Caritas ändern. Der Staat Österreich heißt, wie ganz Europa, Geflüchtete nur sehr bedingt willkommen. Offiziell sollen Asylverfahren nur etwa sechs Monate dauern, aber viele dauern Jahre. Nach drei Monaten dürfen Asylbewerber theoretisch arbeiten – aber nur als Saisonarbeiter, als Erntehelfer etwa, in der Gastronomie, als Prostituierte. Die Zuverdienstgrenze liegt bei 110 Euro, wer mehr verdient, läuft Gefahr, aus der sogenannten Grundversorgung und damit auch aus der Krankenversicherung herauszufallen. Kaum ein Geflüchteter und kaum ein Arbeitgeber geht das Risiko ein: zu viel Bürokratie, zu viel Gefahr.

Unter anderem deshalb hat die österreichische Caritas, eine Hilfsorganisation der katholischen Kirche, unter der Überschrift Social Business eine Firma gegründet: Die Caritas Services GmbH realisiert Projekte unter der Dachmarke Magdas, was übrigens von „ich mag das“ herrührt. Ziel sei es, sagt Klaus Schwertner, Geschäftsführer der Caritas, „soziale Probleme mit wirtschaftlichen Ansätzen zu lösen“. Also betreibt man mittlerweile eine Kantine, zwei Großküchen, einen Hausmeisterbetrieb, einen Supermarkt, eine Recycling-Firma – und eben das neue Hotel.

Das war früher ein Pensionistenheim, und vor dem Umbau war alles etwas ältlich. Aber nun hängt ein Schild über dem Eingang, das verheißt, hier würden “ Vorurteile abgebaut“, und Studenten von der benachbarten Akademie der bildenden Künste haben sich eine schöne Methode ausgedacht, wie die Fassade aufgehübscht werden soll: Jeder Gast kann für 15 Euro ein glänzendes Kupfer-Paneel kaufen, das dann an der Außenwand befestigt wird. So wächst dem Hotel nach und nach eine glänzende Schale zu.

Überhaupt die Studenten: Sie haben sich bei der Renovierung mächtig ins Zeug gelegt und mitgeholfen, die Zimmer auszustatten. Die alten Einbauschränke wurden auseinandergesägt und als Tische neu zusammengesetzt. Hotel-Chef Sebastiaan de Vos, ein Profi aus den Niederlanden, ist durch die Republik gefahren und hat Möbel gesammelt: Metallschränke von der Bahn, die jetzt als Kleiderschränke einige Zimmer zieren, und ehemalige Gepäckablagen aus Zügen, auf die man seine Koffer stapeln kann. Vintage-Möbel und bunt bemalte Wände sind kombiniert mit neuen Teppichen und neuen Matratzen, und jeder Raum hat seinen eigenen Witz und Charme. Das Jägerzimmer zum Beispiel: An die Wand hat jemand Fahrradsättel mit Lenkern so angeschraubt, als hingen da Hirschgeweihe. Und obwohl die FPÖ anfangs unkte, hier werde womöglich ein Drogenumschlagplatz entstehen, weil in einem Teil des Gebäudes nämlich auch noch eine Wohngemeinschaft für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge untergebracht ist, haben viele Nachbarn nach einer Schockphase – huch, hier sollen Ausländer leben? – Vertrauen gefasst, Bücher und Pflanzen gebracht.

Jetzt wirkt alles frisch poliert und heiter, und die Flüchtlinge, die ja nun Mitarbeiter sind, zeigen das Haus mit sichtlichem Stolz. Balvinder Singh etwa ist ein Sikh aus Nordindien, und er ist insofern eine Ausnahme, als er schon seit mehr als 20 Jahren in Österreich lebt. Er wollte auch einen Pass beantragen, aber das hat nicht geklappt, weil er nicht lange genug in die Sozialversicherung eingezahlt hat: keine Arbeitsgenehmigung, kein Job, Herzinfarkt, behindert. Er hat mal Gartenarbeit gemacht und mal Zeitungen ausgetragen, aber meist lebte er von der Sozialhilfe. Jetzt zerspringt er fast vor Dankbarkeit, dass es noch mal eine Chance für ihn gegeben hat nach all der Zeit. Klar, sagt Hoteldirektor de Vos, laufe nicht alles immer ideal: Menschen, die jahrelang von einem Verfahren ins nächste stolperten, von einer Anhörung zur nächsten, immer in Sorge vor einem negativen Bescheid oder einer Abschiebung, die immer nur warten mussten, warten, warten, die hätten manchmal Mühe, wieder in ein geregeltes Arbeitsleben einzutauchen.

Aber offenbar ist man im Magdas wild entschlossen, alle Mitarbeiter zu stabilisieren, zu trainieren und zu halten. Und vier Jugendlichen aus der WG der unbegleiteten Flüchtlinge eine Hotellehre zu ermöglichen.

Warum das so eindeutig und so sichtbar ist? Im Foyer begrüßen den Gast große und kleine, rechteckige und quadratische Fotos von all den schwarzen, gelben, weißen, hellbraunen und dunkelbraunen Menschen, die hier arbeiten. Und die Fotos würden ja nicht alle da hängen als Verbeugung, Lebensbeweis und Existenzberechtigung, wenn die Gefahr bestünde, dass das Projekt scheitert. Oder?

 

Originalbeitrag:

http://www.sueddeutsche.de/reise

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Schulsystem – Studie: Neue Mittelschüler landen öfter an höheren Schulen

Wien – Schüler aus Neuen Mittelschulen (NMS) wechseln häufiger an AHS-Oberstufen oder berufsbildende höhere Schulen (BHS) als Hauptschüler. Das zeigen am Mittwoch präsentierte Daten der Statistik Austria. Die NMS haben es aber nicht geschafft, Schüler aus den AHS-Unterstufen abzuziehen.

2013/14 wechselten rund 46 Prozent der Absolventen einer NMS an eine maturaführende Schule (AHS-Oberstufe/BHS), aber nur 39 Prozent der Hauptschüler. Bei den Schülern einer AHS-Unterstufe beträgt die Übertrittsrate sogar rund 93 Prozent.

„Kinder aus Neuen Mittelschulen schaffen es besser, in höherbildende Schulen überzusetzen als Hauptschüler“, sagte der Generaldirektor der Statistik Austria, Konrad Pesendorfer, bei einer Pressekonferenz zur Studie „Bildung in Zahlen 2013/2014“. Gegenüber der Anfang März präsentierten NMS-Evaluierungsstudie habe man eine „längere Zeitreihe an Daten“ zur Verfügung gehabt und damit „etwas stärker abgesicherte Ergebnisse“.

„Deutliche Verbesserung“

Die Ergebnisse würden eine „teils deutliche Verbesserung“ zeigen, so Pesendorfer. Das betreffe sowohl die Abstände zwischen Schülern mit deutscher bzw. nicht-deutscher Umgangssprache als auch generell die Fähigkeiten und den Willen der NMS-Schüler, in höhere Schulen zu wechseln.

„Offensichtlich spielt die neue Unterrichtsform dabei eine wesentliche Rolle“, folgerte Pesendorfer aus einem anderen Detail: Trotz NMS wechsle nach wie vor praktisch der gleiche Anteil an Volksschülern an eine AHS-Unterstufe (je nach Schuljahr 33 bis 34 Prozent) wie vor ihrer Einführung im Jahr 2008. „Es kann also nicht die Struktur sein, die zu den Ergebnissen führt“ – also etwa eine stärkere Durchmischung in der NMS.

„In der Sekundarstufe eins gab es offensichtlich eine Qualitätsverbesserung“, so Pesendorfer, „wenn man es als Erfolg betrachtet, dass Schüler verstärkt in Schulen mit Maturaabschluss strömen.“ Und: „Das Potenzial ist größer geworden.“ Inwiefern die ehemaligen NMS-Schüler tatsächlich die Matura schaffen oder ein Hochschulstudium absolvieren, kann allerdings noch nicht gesagt werden: Die ersten NMS-Jahrgänge kommen frühestens 2016 zur Matura.

Zwei Drittel wechseln in Neue Mittelschule

Ansonsten zeigt sich ein traditionelles Bild: Nach der Volksschule wechselt rund ein Drittel der Schüler in eine AHS-Unterstufe und zwei Drittel in Hauptschulen bzw. NMS. Bei den Maturanten sieht es anders aus: 53 Prozent besuchten zunächst eine AHS-Unterstufe, 42 Prozent eine Hauptschule (Rest: anderer Schultyp bzw. unbekannt).

Nach wie vor keine Verbesserung gibt es bei der Bildungsmobilität bzw. Bildungsgerechtigkeit: 56 Prozent der 25- bis 44-Jährigen aus einem Akademiker-Haushalt erreichen einen tertiären Abschluss, aber nur sieben Prozent in dieser Altersgruppe mit Eltern, die höchstens einen Pflichtschulabschluss haben. „Das Bildungsgen ist weiter sehr stark am Arbeiten“, so Pesendorfer. Diese Korrelation habe sich in den vergangenen Jahren nicht sehr stark verändert.

Auch eine weitere Entwicklung gibt zu denken: Zwar steigt der Anteil der Personen mit Tertiärabschluss an – mittlerweile beträgt dieser bereits 16 Prozent (1981: 4,5 Prozent). Allerdings bleibt nach einem kontinuierlichen Absinken in den Jahren davor der Prozentsatz der 25- bis 64-Jährigen mit der Pflichtschule als höchstem Abschluss seit einigen Jahren relativ konstant bei 19 Prozent (1981: 46 Prozent). 

URL der Quelle:

http://derstandard.at/2000014660683/Neue-Mittelschueler-wechseln-oefter-an-hoehere-Schulen

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Immobilienmakler (IHK)

Der Zertifikatslehrgang gliedert sich in vier Module:

Modul 1: Basisseminar für Immobilienmakler

Zielgruppe:

Alle, die beabsichtigen sich als Immobilienmakler selbstständig zu machen oder bereits selbstständig sind und ihre Fachkenntnisse vertiefen möchten. Insbesondere Quereinsteiger aus Versicherungen, Bausparkassen, Banken, Architekten, Bauträger mit Trend zum eigenen Vertrieb aber auch absolute Branchenneulinge.

Kursziel:

Der An- und Verkauf von Immobilien ist kein Geschäft des täglichen Lebens. Sowohl Kauf und Verkauf, als auch Vermittlung und Bewertung von Immobilien sind komplexe Vorgänge. Diese verlangen neben Erfahrung ein hohes Maß an Flexibilität und Fachwissen. Die Kursteilnehmer erleben hautnah „Makeln aus der Praxis für die Praxis“ und erhalten einen Überblick über Umfang und Ablauf des Makelns von „A“ der Akquise über das richtige Marketing (Print und online) bis „Z“ dem zufriedenen Kunden. Praxisnahe Seminarinhalte sind gewährleistet.

Kursinhalt:

  • Berufsbild, Entwicklung und heutiger Stellenwert des Immobilienmaklers
  • Aufgabenbereiche des Maklers (MaBV)
  • Berufsausübungsvoraussetzungen, Regelung des § 34 c GeWO
  • Inhalt des Maklerkoffers
  • Das Exposé (Print, online)
  • Objekteinkauf, Akquise
  • Telefontraining
  • Maklerverträge
  • Widerrufsrecht 2014
  • Optimale Verkaufsvorbereitung
  • Der schnellste Weg zum Notar!
  • Die „richtige“ Werbung (Sicher vor Abmahnungen, zielgruppenorientierte Werbung, Onlinemarketing und sein heutiger Stellenwert)
  • Pflichten aus der EnEV 2014
  • Grundbuch
  • Vorbereitung und Abschluss eines Notarvertrages
  • Praktische Verkaufshilfen
  • Die Provisionsregelung und -sicherung
  • Wertvolle Fallbeispiele aus der Praxis, nicht nur für Einsteiger!

Modul 2: Aufbauseminar für Immobilienmakler

Zielgruppe:

Alle, die bereits das Basisseminar besucht haben bzw. bereits als Immobilienmakler erste Erfahrungen sammeln konnten, oder bereits selbstständig tätig sind und ihre Fachkenntnisse vertiefen möchten.

Kursziel:

Sie erleben hautnah Makeln aus der Praxis für die Praxis mit wertvollen Tipps für die erfolgreiche Vermittlung von Immobilien. Das Seminar soll Grundlagen des Basisseminars vertiefen, bereits erlangte Kenntnisse erweitern und neue Themenbereiche eröffnen.

Kursinhalt:

  • Ausrichtung und Führung eines Immobilienmaklerunternehmens
  • Pflichten des Maklers nach dem GWG
  • Controlling
  • Tätigkeitsfelder des Immobilienmaklers (Immobilienvermietung/Grundlagen des Mietrechts/Immobilienleasing/Immobilienverkauf)
  • Dingliche Rechte (Vertiefung)
  • Immobilien Lebenszyklus
  • Alternative Vertriebsmodelle
  • Kundenakquise und -bindung
  • Immobilien und Steuern (Grundlagen)
  • Marketing (Kostenoptimierung/Effizientes Online-Marketing und Imagekampagnen)Provisionssicherung
  • Maklerrecht
  • Haftungsfallen vermeiden.

Modul 3: Immobilien Wertermittlung

Zielgruppe:

Immobilienmakler, Bauträger, Hausverwalter, Anlagenberater, Mitarbeiter von Bausparkassen, Versicherungen, auch für Neueinsteiger oder Privatpersonen

Kursziel:

Sowohl Kauf und Verkauf, als auch Vermittlung und vor allem die Bewertung von Immobilien sind komplexe Vorgänge. Diese verlangen neben Erfahrung ein hohes Maß an Flexibilität und Fachwissen. Die Teilnehmer des Seminars erhalten Grundlagen zur Durchführung einer Wertermittlung von Wohnimmobilien zum Bewertungsstichtag. Entsprechende Probleme werden anschaulich und praxisnah vermittelt. Die Dienstleister der Immobilienbranche unter den Teilnehmern sollen somit grundlegendes Handwerkszeug zur kompetenten und lösungsorientierten Betreuung ihrer Kunden erhalten.

Kursinhalt:

  • ImmoWertV 2010
  • Sachwertrichtlinienverordnung (SW-RL)
  • Bewertung von bebauten und unbebauten Grundstücken
  • Flächennutzungsplan/Bebauungsplan
  • Bodenrichtwertkarte
  • Grundstücksmarktbericht + örtlicher Gutachterausschuss
  • Wertanpassungs
  • Faktoren und Tabellen
  • Ermittlung der baulichen Anlage(n)
  • Baukosten-Indizes
  • Flächen und Volumina
  • Tabellen, Richtwerte, Anpassungsfaktoren
  • NHK nach Basis 2000
  • NHK nach Basis 2005
  • Ermittlung des Sachwertes
  • Ertragswertermittlung
  • Vergleichswertverfahren
  • Der marktgerechte Preis, Verkehrswert
  • Fall-Beispiele
  • Berechnungen durch die Teilnehmer (bitte einen Taschenrechner mitbringen)

Modul 4: Wohnraummietrecht  

Zielgruppe:

Hausverwalter, Dienstleister der Immobilienbranche, Immobilienmakler, Bauträger, ebenso Haus- und Wohnungseigentümer. Alle, die beabsichtigen im Bereich der Wohnraumvermietung tätig zu werden oder bereits tätig sind und ihre Fachkenntnisse vertiefen möchten

Kursziel:

Den Teilnehmern des Seminars werden zunächst Grundlagen des aktuellen Mietrechts und die entsprechenden Probleme anschaulich und praxisnah vermittelt. Darüber hinaus wird im Vertiefungsteil auf die aktuelle Rechtsprechung und den daraus resultierenden Problemen im Wohnraummietrecht eingegangen. Die Dienstleister der Immobilienbranche unter den Teilnehmern sollen grundlegendes Handwerkszeug zur kompetenten und lösungsorientierten Betreuung ihrer Kunden erhalten. Alle Teilnehmer sollen in die Lage versetzt werden, die Tragweite der Einzelprobleme bei einem Mietvertragsschluss zu erkennen und fachkundig zu lösen.

Kursinhalt:

  • Systematik des Mietrechts
  • Mietrechtsänderungsgesetz
  • Abgrenzung zum Gewerbemietrecht
  • Mietverträge richtig gestalten und schließen
  • Probleme bei der Übergabe
  • Kaution
  • Übernahme
  • Rechte und Pflichten des Vermieters
  • Rechte und Pflichten des Mieters
  • Mangel an der Mietsache
  • Aktuelle Rechtsprechung
  • Instandhaltung und Instandsetzung
  • Schönheitsreparaturen
  • Mieterhöhung
  • Kappungsgrenze
  • Mietminderung
  • Beendigung des Mietverhältnisses
  • Betriebskosten

Weitere Anbieter von Veranstaltungen zur beruflichen Weiterbildung finden Sie im Weiterbildungs-Informations-System sowie im Kursnet der Bundesagentur für Arbeit.

Zur Anbieter-Website:

http://www.rhein-neckar.ihk24.de

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